23. Juli, 2026

Wirtschaft

EZB-Präsidentin Lagarde mahnt zu Geduld bei Zinspolitik

EZB-Präsidentin Lagarde mahnt zu Geduld bei Zinspolitik

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, hat nach der jüngsten Leitzinssenkung die Erwartungen an weitere schnelle Zinssenkungen gebremst. In einem Gastbeitrag für die 'Rheinische Post' betont Lagarde, dass die Inflation im Euro-Raum auf einem guten Weg sei, bis Ende des kommenden Jahres die Marke von zwei Prozent zu erreichen.

Jedoch, so Lagarde, werde es noch eine Weile dauern, bis die Inflation vollständig aus der Wirtschaft verbannt sei. Diese Übergangsphase werde nicht reibungslos verlaufen. Wachsamkeit, Engagement und Ausdauer seien erforderlich, um dieses Ziel zu erreichen.

Aus diesem Grund müssten die Zinsen so lange restriktiv bleiben, wie es notwendig ist, um langfristig Preisstabilität zu gewährleisten. 'Mit anderen Worten: Wir müssen den Fuß noch eine Weile auf der Bremse lassen, wenn auch nicht mehr ganz so fest wie bisher', erläuterte Lagarde. Für zukünftige geldpolitische Entscheidungen sei es entscheidend, ob die Inflation weiterhin dem angestrebten Zielwert zustrebe, der Preisdruck in der Wirtschaft insgesamt nachlasse und die geldpolitischen Maßnahmen der EZB weiterhin gegen die Inflation wirkten. Diese Faktoren würden bestimmen, wann es an der Zeit sei, die Zügel weiter zu lockern.

Die EZB hatte die Leitzinsen am vergangenen Donnerstag um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Es war die erste Zinssenkung nach einem steilen Anstieg der Zinsen zur Bekämpfung der Inflation.