Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), hat in ihrer jüngsten Pressekonferenz keinen klaren Hinweis darauf gegeben, wann die nächste Zinssenkung erfolgen könnte. Stattdessen betonte sie die schwächere konjunkturelle Entwicklung und stellte klar, dass zukünftige Zinsentscheidungen weiterhin stark von den neuesten Konjunkturdaten abhängen werden. Die Zentralbank sei auf keinen vorbestimmten Zinspfad festgelegt, was ein hohes Maß an Flexibilität signalisiert. Mit dieser Haltung behält sich die EZB alle Optionen für die nächste Zinsentscheidung im September offen. Lagarde wies jedoch darauf hin, dass die Wirtschaft der Eurozone im zweiten Quartal möglicherweise langsamer gewachsen ist als im ersten. Zudem überwiegen die Risiken für eine weitere konjunkturelle Schwäche, was zusätzliche Unsicherheiten mit sich bringt. Zuvor hatte die EZB die Leitzinsen unverändert belassen, wie von vielen Experten erwartet. Im Juni waren die Zinsen erstmals seit der großen Inflationswelle gesenkt worden, nachdem die Inflation im Euro-Raum nach einem Rekordhoch im Jahr 2022 tendenziell nachgelassen hatte. Besonders bemerkenswert war dabei der Rückgang der Inflation auf 2,5 Prozent im Juni, womit sie sich dem angestrebten Inflationsziel von mittelfristig zwei Prozent annäherte. Die Hartnäckigkeit der Inflation in der ersten Jahreshälfte hatte zuvor für einige Besorgnis gesorgt, bevor sich die Lage zuletzt entspannte.
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EZB lässt Zinsentscheidung offen: Lagarde deutet auf schwächere Konjunktur hin