19. Mai, 2024

Grün

Expansion trotz Kritik: Tesla darf in Grünheide ausbauen

Expansion trotz Kritik: Tesla darf in Grünheide ausbauen

Die Entscheidung ist gefallen: Trotz anhaltender Kritik und Widerstand aus den Reihen des Umweltschutzes hat die Gemeindevertretung von Grünheide die Weichen für die Erweiterung des Produktionsgeländes des amerikanischen Elektroautokonzerns Tesla gestellt. Mit einer Mehrheit von elf zu sechs Stimmen bei zwei Enthaltungen billigte das Gremium den revidierten Bebauungsplan, der eine Reduktion der Waldrodungen vorsieht – eine Reaktion auf Besorgnisse der ansässigen Bürger.

Das Ziel Teslas ist die Ergänzung des Werkskomplexes um einen Warenumschlagplatz samt Güterbahnhof. Diese Strategie soll vorrangig zur Entspannung der Verkehrsverhältnisse beitragen. Allerdings bleibt die Kritik von Umweltschützern bestehen, die das Bauvorhaben vor dem Hintergrund der lokalen Umweltrisiken ablehnen. Während die einen auf eine verbesserte Infrastruktur für Grünheide hoffen, planen die anderen, weiter gegen die Ausbaupläne des von Elon Musk geführten Unternehmens Protest zu erheben.

Das lokale Protestbündnis „Tesla den Hahn abdrehen“ sowie die Initiative „Tesla stoppen“ kündigten vor dem Hintergrund ihres Unmuts gegen das europäische Alleinstellungsprojekt Musks bereits weitere Aktionen an. Frühere Demonstrationen und ein symbolisches Protestcamp zeugen von der Intensität der Auseinandersetzung rund um die Tesla-Ansiedlung.

Von einer Meinungsumfrage im Februar, die eine ablehnende Haltung der Grünheider zu den Erweiterungsabsichten aufdeckte, ließ sich Tesla indes nicht beirren, auch wenn das Votum nicht verbindlich war. Durch die Reduktion der geplanten Rodungsfläche auf etwa 50 von zuvor mehr als 100 Hektar signalisierte der Autobauer Kompromissbereitschaft. Bürgermeister Arne Christiani sowie Tesla erhoffen sich durch die Installation eines betriebseigenen Bahnhofs, Güterverkehr von den Straßen zu verlagern und damit die Verkehrsbelastung zu mindern.

Obwohl der bevorstehende globale Stellenabbau bei Tesla auch das Werk in Grünheide tangiert, betont die Geschäftsführung ihre Verpflichtung zu ökologischer Nachhaltigkeit und unterstreicht die Unterschreitung branchenüblicher Wasserverbrauchswerte. Auch gegen den Widerstand von Umweltverbänden, mitunter Befürchtungen wegen der Lage im Wasserschutzgebiet, bleibt Tesla auf Expansionskurs. Pamela Eichmann, Vorsitzende der Gemeindevertretung und SPD-Mitglied, unterstützt unter Hinweis auf die Vorteile für Anwohner den Ausbau: Entlastung des lokalen Verkehrs durch den neuen Güterbahnhof ist eines der Argumente, die sie unterstreicht.