17. Juli, 2026

Wirtschaft

Euro gewinnt nach Verbraucherpreisdaten an Boden

Euro gewinnt nach Verbraucherpreisdaten an Boden

Der Euro konnte am Freitag nach der Veröffentlichung der Verbraucherpreisdaten aus der Eurozone deutlich zulegen. Am Nachmittag stieg der Kurs der Gemeinschaftswährung auf 1,0875 US-Dollar, nachdem er am Morgen nur knapp über der Marke von 1,08 Dollar notiert hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihren Referenzkurs auf 1,0852 Dollar fest, nachdem er noch am Vortag bei 1,0815 Dollar gelegen hatte. Im Umkehrschluss kostete der Dollar 0,9214 Euro, während er zuvor bei 0,9246 Euro notiert hatte.

Im Mai erhöhte sich die Inflationsrate auf 2,6 Prozent gegenüber 2,4 Prozent im Vormonat. Ökonomen hatten lediglich 2,5 Prozent erwartet. Die EZB verfolgt auf mittlere Sicht ein Inflationsziel von zwei Prozent. Deutlicher fiel der Anstieg der Kerninflation aus, die volatile Komponenten wie Energie und Lebensmittel ausklammert.

Der Volkswirt Vincent Stamer von der Commerzbank merkte an, dass die zunehmenden Lohnkosten die Preissteigerungen weiter verfestigen könnten. Diese neueren Zahlen dienen vor der nächsten EZB-Sitzung als deutlicher Hinweis für die Zentralbank. Eine erste Zinssenkung scheint zwar bereits beschlossen zu sein, jedoch sollten die erhöhte Kernrate im Mai die Anzahl und Geschwindigkeit weiterer Zinssenkungen beeinflussen.

In den USA hingegen stagnierte die Inflationsrate, mit einem Preisanstieg des bevorzugten PCE-Preisindex der US-Notenbank Fed um 2,7 Prozent zum Vorjahresmonat. Diese Entwicklung entsprach genau den Erwartungen der Volkswirte. Schon im März hatte die Rate auf diesem Niveau verharrt. Die Konsumausgaben der Verbraucher sind etwas weniger gestiegen als erwartet, wovon der Euro profitierte.

Der japanische Yen stand zum Euro unter Druck, nachdem Japan im vergangenen Monat einen Rekordbetrag von 9,8 Billionen Yen ausgegeben hatte, um den Yen zu stützen. Trotz dieser Maßnahmen gelang keine Trendwende am Devisenmarkt. Die Bank of Japan hat im Gegensatz zur Fed und zur EZB ihre Zinsen nur leicht angehoben, was den Yen zusätzlich belastet.

Die EZB setzte die Referenzkurse für den Euro zu anderen wichtigen Währungen wie folgt fest: 0,85365 britische Pfund, 170,52 japanische Yen und 0,9818 Schweizer Franken. Der Preis für eine Feinunze Gold in London lag am Nachmittag bei 2344 Dollar, was zwei Dollar mehr war als am Vortag.