28. Juli, 2026

Wirtschaft

Ernüchternde Aussichten für deutsche Landwirte – Gewinneinbruch erwartet

Ernüchternde Aussichten für deutsche Landwirte – Gewinneinbruch erwartet

Nach einer Phase der finanziellen Aufschwünge zeichnet sich für die deutschen Landwirte ein düsteres Bild ab. Verbandschef Joachim Rukwied verkündet turbulente Zeiten für die Agrarbetriebe, da im aktuellen Wirtschaftsjahr ein massiver Rückgang des Gewinns vorhergesagt wird. Mit einem erwarteten Einbruch von 30 bis 50 Prozent rüstet sich die Branche für härtere ökonomische Bedingungen.

Die vergangenen Monate sahen noch ungewöhnlich hohe Gewinne, getrieben durch gestiegene Produkt-Preise, die die Kostenexplosionen für Energie und Düngemittel teilweise kompensieren konnten – eine direkte Folge des Ukraine-Konflikts. Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, hat die starken Einkommenseinbußen ebenfalls auf dem Schirm und beabsichtigt, stabilere Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft zu schaffen.

Özdemir bezieht sich auf amtliche Daten, die für das vorherige Wirtschaftsjahr 2022/23 einen durchschnittlichen Gewinn von 113.900 Euro ausweisen – ein Zuwachs von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Statistik des Bauernverbands bestätigt den erfreulichen Trend mit einem leicht höheren Durchschnittsgewinn von 115.400 Euro, trotz bevorstehender Investitionskosten.

Der Sektor ist gewohnt, sich mit volatilen Marktfaktoren wie Wetterbedingungen und schwankenden Preisen auseinanderzusetzen, die zunehmend von globalen Märkten beeinflusst werden. Rukwied gibt an, dass bereits ein spürbarer Rückgang der Preise für pflanzliche und tierische Produkte zu verbuchen ist. Um dennoch eine gewisse Planungssicherheit zu garantieren, sollen langfristige politische Maßnahmen zum Einsatz kommen.

Aufgrund von Protesten der Landwirte zu Beginn des Jahres aufgrund gestrichener Diesel-Vergünstigungen hat die Ampel-Koalition Unterstützung zugesagt, unter anderem in Form von steuerlichen Erleichterungen. Weiterhin verspricht Özdemir für höhere Tierhaltungsstandards eine nachhaltige Finanzierung, um die Landwirtschaftsbetriebe nicht auf den Extrakosten sitzen zu lassen. Die Debatte über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer oder einen Tierwohlcent auf tierische Produkte ist dabei noch nicht abgeschlossen, auch wenn insbesondere die FDP Vorbehalte anmeldet. Aktuell ist eine Milliarde Euro für bessere Bedingungen in der Schweinehaltung reserviert.