In der Ukraine zeigt sich ein deutlicher Wandel in der öffentlichen Meinung: Eine wachsende Zahl der Bürger wünscht sich ein Ende des Krieges durch Verhandlungen, wie eine aktuelle Studie des Meinungsforschungsinstituts Gallup aufzeigt. Demnach sind 52 Prozent der Befragten dafür, dass ihr Land Gespräche führt, um den Krieg baldmöglichst zu beenden. Nur noch 38 Prozent der Bevölkerung sehen die Fortsetzung der Kampfhandlungen bis zu einem Sieg als wünschenswert an. Diese Zahlen stehen in starkem Kontrast zu den Umfrageergebnissen aus früheren Jahren, die eine deutlich höhere Kampfbereitschaft signalisierten. Russland hat seinerseits klare Bedingungen für potenzielle Verhandlungen gestellt, darunter Gebietsabtretungen und den Verzicht der Ukraine auf einen NATO-Beitritt. Zusätzlich wird eine sogenannte Denazifizierung gefordert, was in der Praxis die Einsetzung einer moskaufreundlichen Regierung in Kiew bedeuten würde. Das Vertrauen der Ukrainer in die westlichen Nationen scheint ebenfalls zu erodieren. Nur noch 40 Prozent der Befragten stehen der Führungsrolle der USA positiv gegenüber, während diese Zustimmung zu Kriegsbeginn noch deutlich höher lag. Trotz dieser Skepsis gegenüber den USA bleibt die Einstellung gegenüber Deutschland überraschend stabil und überwiegend wohlwollend. Die Hoffnung auf einen EU- und NATO-Beitritt besteht weiterhin, wenn auch mit gedämpften Erwartungen hinsichtlich der zeitlichen Umsetzung. Gallup führte die Umfrage mit 1.000 Teilnehmern durch, weist jedoch auf eine Fehlerquote von etwa 3 Prozent hin, was Raum für Interpretationen lässt.
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Ermattende Geduld: Sinkende Unterstützung für den Krieg in der Ukraine