22. April, 2024

Grün

Energiewandel in der Lausitz: Kraftwerk Jänschwalde nimmt Abschied von den Kohleblöcken

Energiewandel in der Lausitz: Kraftwerk Jänschwalde nimmt Abschied von den Kohleblöcken

Die Leag, ein großer Energieversorger aus der Lausitz, vollzieht den nächsten Schritt im Strukturwandel der Region: Zwei 500-Megawatt-Blöcke ihres Kraftwerks Jänschwalde werden nicht mehr zur Stromerzeugung beitragen. Die Stilllegung der Blöcke E und F, formal zum 31. März 2024 festgelegt, ist Teil einer umfassenden Energiewende Deutschlands. Auch im Bundesland Nordrhein-Westfalen stehen Stilllegungen von fünf weiteren Blöcken an, wobei die Netzagentur darin kein Hindernis für die Stromversorgungssicherheit sieht.

Diese Anlagen in der Lausitz wurden erst im Herbst 2022 temporär reaktiviert, um die Energieversorgung in der Krise zu stabilisieren, wofür sogar Pensionäre in den Betrieb zurückkehrten. Das Enddatum für das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde ist derweil auf das Ende des Jahres 2028 terminiert.

Im Rahmen des staatlich festgelegten Kohleausstiegs, der eigentlich für 2038 beschlossen war, positionieren sich die Ampel-Parteien für eine Vorverlegung auf 2030. Der Landtagsfraktionsvorsitzende der Grünen, Benjamin Raschke, verweist auf die sinkenden Braunkohlefördermengen und den steigenden Anteil erneuerbarer Energien und argumentiert für eine ökonomische Unrentabilität der Kohlekraft aufgrund der Preisentwicklung für CO2-Zertifikate. Zugleich mahnt er, die Finanzierung der Rekultivierung der Tagebauflächen sicherzustellen, woraufhin die Leag auf ausreichende Vorsorgemaßnahmen hinweist.

Unterdessen meint Christine Herntier, Bürgermeisterin von Spremberg und Sprecherin der Lausitzrunde, dass die Voraussetzungen für einen Kohleausstieg bis 2038 knapp, aber machbar wären – weitere Vorverlegungen sieht sie skeptisch.

Leag steht exemplarisch für den Wandel und plant, sich als Vorreiter in der Produktion von grünem Strom und Wasserstoff zu etablieren. Zukünftig sollen erneuerbare Energiequellen auf den einstigen Tagebauflächen das Energieportfolio des Unternehmens prägen.