05. Juli, 2026

Wirtschaft

ELD-Manipulation: Schärfere Auflagen für Speditionswesen gefordert

ELD-Manipulation: Schärfere Auflagen für Speditionswesen gefordert

Die National Transportation Safety Board (NTSB) hat die Federal Motor Carrier Safety Administration (FMCSA) dazu aufgefordert, die Anforderungen für elektronische Fahrprotokollgeräte (ELD) zu verschärfen. Dies soll verhindern, dass Speditionsunternehmen und deren Fahrer gefälschte Arbeitszeitprotokolle erstellen. Diese Empfehlung ist Teil eines Unfallberichts, in dem die NTSB feststellte, dass Übermüdung des Fahrers die wahrscheinliche Ursache für einen Unfall im Dezember 2022 auf der I-64 in Virginia war, bei dem drei Menschen ums Leben kamen.

Laut NTSB trug das Unternehmen Triton Logistics mit Sitz in Romeoville, Illinois, zur Übermüdung des Fahrers bei, indem es fiktive Fahreraccounts im ELD-System erstellte und die Fahrer somit ermöglichte, die gesetzlichen Fahrzeitbeschränkungen zu umgehen. Diese Praktiken wurden im Verlauf einer 20-monatigen Untersuchung aufgedeckt. Fahrer riefen demnach bei der HOS-Abteilung (Hours of Service) des Unternehmens an, um in alternative Fahreraccounts eingeloggt zu werden. Dieser Prozess ermöglichte es den Fahrern, die gesetzlichen Fahrzeiten zu überschreiten und somit die gesetzlichen Vorschriften zu umgehen.

Der Unfallfahrer, Daniel Cramer, schilderte den Ermittlern die Existenz eines Rechenzentrums in Litauen, das von Triton genutzt wurde, um die elektronischen Fahrprotokolle der Fahrer zu verwalten und gegebenenfalls zu manipulieren. In den Tagen vor dem Unfall überschritt Cramer mehrfach die gesetzlichen Fahrzeitlimits. Zudem wurden Fahrer durch kilometerbasierte Entlohnung finanziell motiviert, ihre Fahrzeiten zu überschreiten.

Die Geschäftsführung von Triton, einschließlich des CEO und des HOS-Managers, bestritt jegliche Kenntnis von den manipulierten Logins. Das Unternehmen reagierte nicht auf Anrufe von FreightWaves, die eine Stellungnahme zu den Untersuchungsergebnissen suchten. Nach einer Fokusüberprüfung nach dem Unfall fand die FMCSA mehrere Verstöße, darunter das Erstellen oder Gestatten falscher Berichte über den Dienststatus der Fahrer sowie die Erlaubnis, die gesetzlichen Fahrzeitlimits zu überschreiten.

Für die festgestellten Verstöße verhängte die FMCSA eine Geldstrafe von 36.170$ gegen Triton, einschließlich des Versäumnisses, Alkoholtests nach dem Unfall durchzuführen. Das Unternehmen erhielt zudem eine 'bedingt' Sicherheitsbewertung, die darauf hinweist, dass keine ausreichenden Sicherheitsmanagementkontrollen vorhanden sind, um die Einhaltung der Standards zu gewährleisten.

Aufgrund der Untersuchungsergebnisse empfiehlt die NTSB, dass die FMCSA die ELD-Anforderungen überarbeitet, um unter anderem zu verlangen, dass ELD-Anbieter ein Prüfprotokoll erstellen. Weitere Empfehlungen wurden ebenfalls ausgesprochen, wobei zwei frühere Empfehlungen bestätigt wurden.