07. Juli, 2026

Wirtschaft

Dürr trotzt Branchenschwäche: Rekordaufträge und kräftige Kurserholung

Dürr trotzt Branchenschwäche: Rekordaufträge und kräftige Kurserholung

Der Maschinenbauer und Autozulieferer Dürr zeigt auch in einem schwierigen Marktumfeld Stärke und meldet für die erste Jahreshälfte Rekordaufträge. Großaufträge für Lackieranlagen aus verschiedenen Regionen wie Deutschland, China, Südeuropa und Mexiko beflügelten das Geschäft. Dürr-CEO Jochen Weyrauch sieht nun in der Prognose für den Auftragseingang eine deutliche Obergrenze von 4,6 bis 5,0 Milliarden Euro für dieses Jahr.

Die operative Marge des Unternehmens fiel im zweiten Quartal weniger stark als befürchtet. Sowohl im Wachstum als auch in der Profitabilität plant Dürr in der zweiten Jahreshälfte eine Steigerung gegenüber den ersten sechs Monaten. Die Aktie, die zuvor schwach notierte, zeigte nach Handelsbeginn ein beeindruckendes Plus von 9,7 Prozent und erreichte 21,14 Euro. Damit konnte sie die Verluste des bisherigen Jahres fast vollständig wettmachen.

Analyst Philippe Lorrain von der Investmentbank Bernstein zeigte sich optimistisch und lobte das hohe Auftragsvolumen. Er hob hervor, dass das bereinigte Ergebnis im Quartal positiv überraschte. Aufgrund der starken Auftragseingänge aus der Automobilindustrie im ersten Halbjahr kann sich das Unternehmen nun bei neuen Projekten selektiver zeigen, was den Margen zugutekommen dürfte.

Im zweiten Quartal erhielt Dürr Bestellungen im Wert von 1,3 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Für das gesamte erste Halbjahr sind dies Rekordwerte. Ein Grund für das deutliche Plus sei die Übernahme des Automatisierungstechnikers BBS Automation, die im Vorjahr vollzogen wurde.

Der Umsatz im zweiten Quartal stieg um knapp 6 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern hingegen sank aufgrund von Kaufpreisabschreibungen auf BBS Automation um 2,6 Prozent auf 60,9 Millionen Euro – ein besseres Ergebnis als viele Analysten erwartet hatten. Der Nettogewinn betrug 19,1 Millionen Euro, was aufgrund höherer Zinskosten deutlich weniger war als die 37,7 Millionen Euro im Vorjahr.

Trotzdem bestätigte das Management seine Jahresprognosen für Umsatz und Marge. Für das zweite Halbjahr wird mit einer Umsatzbeschleunigung gerechnet und es sollen 4,7 bis 5 Milliarden Euro erreicht werden. Die bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern soll weiterhin die Zielspanne von 4,5 bis 6,0 Prozent erreichen. Auch nach Steuern bleibt die Prognose bei einem Gewinn von 90 bis 150 Millionen Euro.