17. Juli, 2026

Wirtschaft

Durchbruch im Tarifkonflikt des Bauhauptgewerbes: Dreijahres-Lösung erzielt

Durchbruch im Tarifkonflikt des Bauhauptgewerbes: Dreijahres-Lösung erzielt

Eine Einigung im langwierigen Tarifstreit des Bauhauptgewerbes steht bevor. IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die Arbeitgeber haben nach intensiven Verhandlungen einen gemeinsamen Vorschlag über eine dreijährige Laufzeit vereinbart. Dieser wird nun bis Mitte Juni in den entsprechenden Gremien geprüft. Bis dahin sind alle Streikmaßnahmen suspendiert.

Im Rahmen der Einigung sollen die Gehälter im Osten stufenweise an das Westniveau angepasst werden. In der ersten Phase steigen die Monatsgehälter um pauschal 230 Euro sowie zusätzlich um 1,2 Prozent im Westen und 2,2 Prozent im Osten. Ab April des kommenden Jahres erhöhen sich die Gehälter im Westen um 4,2 Prozent und im Osten um 5,0 Prozent. Ein weiteres Jahr später erreichen die Ostlöhne das Niveau des Westens, während die Gehälter im Westen um 3,9 Prozent steigen.

Robert Feiger, Vorsitzender der IG BAU, sieht in dem Ergebnis einen klaren Erfolg der Warnstreiks: „Das Resultat liegt oberhalb des ursprünglichen Schlichterspruchs und entspricht unseren Forderungen. Es sind die Baubeschäftigten, die sich dieses Ergebnis erstreikt haben.“ Feiger wird der Gewerkschaft die Annahme des Vorschlags empfehlen.

Die Arbeitgeberseite, die den ursprünglichen Schlichterspruch abgelehnt hatte, zeigt sich insgesamt zufrieden. Uwe Nostitz, Verhandlungsführer der Arbeitgeber, äußert: „Durch diese Einigung kann der Tarifkonflikt friedlich beendet werden. Je früher sich unsere Unternehmen wieder voll auf ihre Bauprojekte konzentrieren können, desto besser für die gesamte Branche.“ Auch Jutta Beeke, Vizepräsidentin des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, betont die Bedeutung der dreijährigen Laufzeit, da dies in wirtschaftlich unsicheren Zeiten wichtige Planungssicherheit biete.

Der ursprüngliche Verhandlungsvorschlag des Schlichters, Rainer Schlegel, sah eine schrittweise Gehaltserhöhung vor, die von den Arbeitgeberverbänden jedoch abgelehnt wurde. Die IG BAU hatte daraufhin zu Warnstreiks aufgerufen und für ihre ursprüngliche Forderung nach 500 Euro mehr im Monat weitergekämpft.