06. Juli, 2026

Wirtschaft

Drohende Erhöhung der Kraftstoffsteuer: Autofahrer sollten sich wappnen

Drohende Erhöhung der Kraftstoffsteuer: Autofahrer sollten sich wappnen

Eine bevorstehende Anhebung der Kraftstoffsteuer wird die Autofahrer voraussichtlich stark treffen, so die Warnung des RAC. Hintergrund ist eine Äußerung des britischen Premierministers Sir Keir Starmer über ein 22-Milliarden-Pfund-Defizit in den öffentlichen Finanzen.

Im März 2022 hatte die konservative Regierung einen Preisnachlass von 5 Pence pro Liter eingeführt. Zuvor war die Kraftstoffsteuer seit März 2011 bei 57,95 Pence pro Liter eingefroren geblieben. Zusätzlich wird auf den Gesamtpreis eine Mehrwertsteuer von 20 % erhoben.

Simon Williams, Leiter der Politik beim RAC, erklärte, dass die Finanzministerin Rachel Reeves keine andere Wahl habe, als die Kraftstoffsteuer im Oktober auf 58 Pence pro Liter anzuheben. Reeves ist sich bewusst, dass der 5-Pence-Rabatt das Finanzministerium jährlich 2 Milliarden Pfund kostet. Außerdem seien die Autofahrer laut einem jüngsten Bericht der Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde im letzten Jahr um erstaunliche 1,6 Milliarden Pfund zu viel belastet worden.

Obwohl der RAC normalerweise gegen Steuererhöhungen ist, argumentiert Williams, dass die Autofahrer aufgrund deutlich höherer Einzelhandelsmargen nicht vom aktuellen Preisnachlass profitieren. Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen müsse die Regierung die Besteuerung von Autofahrern grundlegend überdenken.

Der RAC schlägt vor, die Kraftstoffsteuer durch ein System zu ersetzen, bei dem nach gefahrenen Kilometern besteuert wird. In einem solchen System würde nur noch die Mehrwertsteuer auf Kraftstoff erhoben, wodurch Einzelhändler keine Spielräume mehr hätten.

Zusätzlich fordert der RAC die Einzelhändler auf, die Kraftstoffpreise zu senken, um die niedrigeren Großhandelspreise widerzuspiegeln. Die durchschnittlichen Preise sollten für Benzin von 142 auf 136 Pence pro Liter und für Diesel von 147 auf 139 Pence pro Liter gesenkt werden. Aktuell belaufen sich die Einzelhandelsmargen auf 10 Pence pro Liter, während der langfristige Durchschnitt bei 8 Pence pro Liter liegt.