Die Walt Disney Company befindet sich aktuell in einer herausfordernden Unternehmensphase, da die wirtschaftlich angespannten Zeiten den Konsum von Freizeitaktivitäten deutlich ausbremsen. Dies stellt ein erhebliches Risiko für das Wachstum der globalen Themenparks des Konzerns dar.
Jüngste Quartalszahlen, die Disney am Mittwoch vorstellte, zeigen schwächere Ergebnisse für den Zeitraum bis zum 29. Juni. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar stieg, sank das Betriebsergebnis um drei Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar.
Disney führt diesen Rückgang auf eine „moderate Verbrauchernachfrage“ zurück, die die eigenen Erwartungen übertraf. Höhere Kosten verschärften zusätzlich die Situation. Das Unternehmen warnte, dass die schwächere Nachfrage auch die nächsten Quartale beeinträchtigen könnte. Man betonte jedoch, die Kostenbasis „aggressiv zu managen“.
Themenparks haben in den letzten zehn Jahren für Disney erheblich an finanzieller Bedeutung gewonnen. Sie fungieren als Hauptgeldquelle zur Finanzierung neuer Geschäftsbereiche wie dem Streaming und kompensieren Verluste des schrumpfenden Kabel-TV-Geschäfts. Im vergangenen Jahr steuerte die Abteilung Disney Experiences, zu der Themenparks und Kreuzfahrtschiffe gehören, rund 70 Prozent zum Betriebsergebnis bei – ein erheblicher Anstieg von etwa 30 Prozent vor einem Jahrzehnt.
Disney-Chef Robert A. Iger hat Themenparks und Kreuzfahrten als „wichtigste Wachstumsmotoren“ bezeichnet. Disney plant, in den nächsten zehn Jahren etwa 60 Milliarden Dollar in den Ausbau der Parks und die Erweiterung der Disney Cruise Line zu investieren – das Doppelte im Vergleich zur letzten Dekade. Am kommenden Samstag soll Josh D’Amaro, Vorsitzender von Disney Experiences, auf einer Fanveranstaltung in Anaheim, Kalifornien, verschiedene Erweiterungsprojekte vorstellen.
Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich einer möglichen Rezession in den USA und des Abflauens der globalen Reiselust nach der Pandemie. Comcast verzeichnete im letzten Monat ebenfalls eine „Normalisierung“ der Nachfrage und berichtete von einem Umsatzrückgang um 11 Prozent sowie einem Rückgang des Gewinns vor Steuern um 24 Prozent in seinen Universal-Themenparks.
Robert A. Iger bemüht sich zudem, Disney aus einer turbulenten Zeit zu führen, in der aktivistische Investoren versuchten, die Ausrichtung des Unternehmens zu verändern. Nelson Peltz, einer dieser Investoren, kritisierte die Streaming-Strategie, die Nachfolgeplanung und den stagnierenden Aktienkurs des Unternehmens. Trotz des erfolgreichen Abwehrversuchs gegenüber den Investoren sank der Aktienkurs seit Anfang April um 27 Prozent.