Der amerikanische Mediengigant Disney hat erstmals einen Gewinn in seiner Streaming-Sparte verzeichnet. Dieser Erfolg wurde jedoch durch Schwächen in der Parks-Sparte getrübt. Ein „moderater Rückgang der Verbrauchernachfrage“ gegen Quartalsende dämpfte das insgesamt positive Ergebnis. Im dritten Geschäftsquartal konnte Disney in seinem Direct-to-Consumer (DTC) Streaming-Geschäft, zu dem Disney+, Hulu und ESPN+ gehören, einen operativen Gewinn von 47 Millionen US-Dollar verzeichnen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte der Konzern noch einen Verlust von 512 Millionen US-Dollar gemeldet. Disney hatte ursprünglich prognostiziert, bis zu diesem Quartal die Gewinnschwelle im Streaming zu erreichen. Insgesamt meldete Disney für das dritte Quartal einen bereinigten Gewinn von 1,39 US-Dollar je Aktie, was die Erwartungen der von Bloomberg befragten Analysten von 1,19 US-Dollar übertraf und auch deutlich über den 1,03 US-Dollar des Vorjahreszeitraums lag. Auch der Umsatz konnte mit 23,2 Milliarden US-Dollar die Konsensschätzung von 23,1 Milliarden US-Dollar leicht übertrumpfen und lag über den 22,3 Milliarden US-Dollar des Vorjahres. Das Unternehmen hob seine Prognose für das bereinigte Jahreswachstum auf 30 Prozent an, gegenüber den zuvor erwarteten 25 Prozent. Im vorbörslichen Handel stieg die Disney-Aktie daraufhin um bis zu 3 Prozent. Bis zum Berichtstag zeigte sich die Aktie im Jahresverlauf weitgehend unverändert. Für die nahe Zukunft erwartet Disney eine weitere Verbesserung der Rentabilität im Streaming-Bereich, sowohl im DTC-Bereich, der im dritten Quartal einen Verlust von 19 Millionen US-Dollar auswies, als auch bei ESPN+. „Wir sind weiterhin optimistisch hinsichtlich unserer Entwicklung mit mehreren Bausteinen zur Verbesserung der Margen in den kommenden Jahren“, kommentierte das Unternehmen. Ein solcher Baustein wird eine erneute Preiserhöhung der Dienste sein. Am Dienstag kündigte Disney an, im Oktober die Preise für Disney+ und Hulu erneut anzuheben. Im dritten Quartal verzeichnete Disney einen leichten Anstieg der Disney+-Abonnenten auf 118,3 Millionen von 117,6 Millionen im Vorjahr. Analysten hatten erwartet, dass die Anzahl der Abonnenten weitgehend stabil bleiben würde. Der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer (ARPU) fiel um 3 Prozent auf 7,74 US-Dollar für inländische Disney+-Nutzer, trotz jüngster Preiserhöhungen und Maßnahmen gegen Passwortweitergabe. Die Parks-Sparte enttäuschte hingegen mit einem Rückgang des operativen Gewinns um 6 Prozent auf 1,35 Milliarden US-Dollar. Disney warnte, dass die „moderate Nachfrage“ noch „die nächsten Quartale“ anhalten könnte. Das Unternehmen verwies auf eine rückläufige Nachfrage in Disneyland Paris aufgrund der Olympischen Spiele und zyklische Schwankungen in China, während die Nachfrage nach Kreuzfahrten jedoch „stark“ bleibe. Parallel dazu setzte sich der negative Trend im linearen Geschäft fort. Der Umsatz in den US-amerikanischen linearen Netzwerken sank um 7 Prozent, bedingt durch einen Rückgang der Werbeeinnahmen und geringere Umsätze mit Partnerunternehmen, während immer mehr Verbraucher traditionelle TV-Angebote kündigten. Der operative Gewinn in diesem Segment sank um 1 Prozent. Im Kontrast dazu verzeichnete ESPN ein Wachstum des operativen Gewinns um 1 Prozent durch höhere Werbe- und Aboeinnahmen. Bereits im Februar hatte Disney eine verstärkte Fokussierung auf Sport-Streaming angekündigt, unter anderem durch eine Partnerschaft mit Fox und Warner Bros. Discovery. Ein eigenständiger Streaming-Dienst für ESPN ist ebenfalls in Planung und soll im Herbst 2025 starten. Auch im Kinosegment scheint Disney wieder Oberwasser zu gewinnen. Filme wie „Inside Out 2“ und „Deadpool & Wolverine“ hatten starke Erfolge. Disney ist auf dem besten Weg, auch in der zweiten Jahreshälfte den Kinomarkt anzuführen mit den bevorstehenden Veröffentlichungen von „Moana 2“ und „Mufasa: The Lion King“. Die Einnahmen aus Content-Verkäufen und Lizenzgebühren stiegen daher auf 245 Millionen US-Dollar im dritten Quartal, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 112 Millionen US-Dollar verzeichnet worden war.
Wirtschaft
Disney begeistert mit erstem Gewinn im Streaming-Geschäft