20. Juli, 2026

Wirtschaft

Digitale Kluft: Smartphone als Lebensader für viele Bürgergeld-Empfänger

Digitale Kluft: Smartphone als Lebensader für viele Bürgergeld-Empfänger

Eine aktuelle Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) offenbart, dass ein erheblicher Anteil der Bürgergeld-Empfänger keinen Zugang zu herkömmlichen Computern hat. Für 26 Prozent der Leistungsempfänger ersetzen Smartphones den PC oder Laptop als einzige Verbindung ins Internet. In der Gesamtbevölkerung liegt dieser Wert lediglich bei sechs Prozent.

Besonders alarmierend ist, dass sieben Prozent der Leistungsbezieher überhaupt keinen Internetzugang besitzen. Dies betrifft vorwiegend ältere Menschen sowie Personen mit niedrigerem Bildungsniveau, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen sind. In der Gesamtbevölkerung ist dieser Anteil mit einem Prozent deutlich geringer.

Die Ergebnisse der Studie sind gerade in Hinblick auf die digitalen Angebote der Jobcenter von großer Bedeutung. "Maßgeschneiderte digitale Dienstleistungen der Jobcenter müssen auch zur digitalen Ausstattung der Kundinnen und Kunden passen", betont IAB-Forscher Sebastian Bähr. Dienstleistungen sollten daher so konzipiert sein, dass sie problemlos auf Smartphones mit kleinen Bildschirmen und Tastaturen funktionieren.

Darüber hinaus bleibt das Angebot von Offline-Dienstleistungen für diese Gruppe in absehbarer Zeit unverzichtbar, besonders für ältere Menschen und solche mit Bildungsdefiziten. Es zeigt sich, dass digitale und traditionelle Ansätze weiterhin Hand in Hand gehen müssen, um die Bedürfnisse aller Leistungsempfänger gerecht zu werden.