In Deutschland erleben Aktien als Mittel zur Altersvorsorge einen signifikanten Vertrauenszuwachs. Einer YouGov-Umfrage zufolge betrachten nunmehr 25 Prozent der Berufstätigen Aktien als die verlässlichste Geldanlage zur Vorsorge. Obwohl das Eigenheim mit 42 Prozent weiterhin die Spitzenposition innehat, offenbart der Trend einen Wandel im Anlageverhalten der Deutschen. Die Umfrage, die im Auftrag der HDI Versicherungen durchgeführt wurde, zeigt eine interessante Verschiebung zugunsten von Aktien im mehrjährigen Vergleich. Noch 2020 vertrauten 51 Prozent der Deutschen am meisten auf eine eigene Immobilie. Im Gegensatz dazu rangierten die Aktien mit nur 19 Prozent hinter der gesetzlichen Rente und vermieteten Immobilien. In diesem Jahr haben Aktien sowohl die gesetzliche Rente als auch vermietete Immobilien überholt, während Lebensversicherungen und Betriebsrenten im direkten Vergleich schlechter abschnitten. Holm Diez vom HDI-Vorstand zeigte sich überrascht angesichts der Tatsache, dass deutsche Sparer traditionell großen Wert auf Sicherheit legten. Bemerkenswert ist zudem der Rückgang des Vertrauens in die gesetzliche Rente, insbesondere bei der mittleren und älteren Generation ab 45 Jahren. In dieser Altersgruppe ist das Vertrauen in die staatliche Altersvorsorge von 30 auf 20 Prozent gesunken. Eine interessante Facette der Umfrage zeigt sich bei der Betrachtung der Geschlechter. Vorsichtige Anlegerinnen stehen Aktien nun deutlich offener gegenüber. Ihr Vertrauen in Aktien stieg im Jahresvergleich von 2023 um ein Drittel auf 19 Prozent an. Im Gegensatz dazu war der Zuwachs bei Männern mit einem Anstieg von 28 auf 29 Prozent marginal. Der Dax, das Aushängeschild des deutschen Aktienmarktes, hat seit Ende 2019 einen eindrucksvollen Aufschwung von 13.000 auf über 20.000 Punkte im Dezember verzeichnet. Trotz der jüngsten Wirtschaftskrisen erweisen sich die Aktienmärkte als robust, während viele Wirtschaftsbranchen mit Gewinneinbrüchen zu kämpfen haben.
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Die Renaissance der Aktien: Deutsche setzen vermehrt auf Börseninvestitionen