Der britische Spirituosenhersteller Diageo, bekannt für Marken wie Smirnoff Wodka und Casamigos Tequila, hat im Geschäftsjahr 2023-24 einen globalen Umsatzrückgang verzeichnet. Erstmals seit 2020 sanken die Einnahmen um 1,4 Prozent auf 20,3 Milliarden USD, während das Verkaufsvolumen um 5 Prozent zurückging, bedingt durch einen weltweiten Konsumrückgang bei teureren Spirituosen. Die organischen Nettoumsätze fielen um 0,6 Prozent auf 129 Millionen USD.
Diageo steht aktuell vor diversen Herausforderungen, unter anderem auch in Lateinamerika. Die jüngste Warnung des Konzerns gesellt sich zu ähnlichen Bedenken von Unternehmen aus anderen Branchen, wie Hausgeräteherstellern und der Fast-Food-Kette McDonald's, die ebenfalls ein schwankendes Verbraucherverhalten verzeichnen. Die Aktien von Diageo fielen im frühen Handel am Dienstag um mehr als 9 Prozent.
"Wir befinden uns in einem äußerst außergewöhnlichen Konsumenten-Umfeld", erklärte CEO Debra Crew. "Eine hartnäckige Inflation belastet die Verbraucher und ihre Geldbörsen."
In einem Handels-Update informierte Diageo, dass dieses "herausfordernde Konsumklima" bis zum Ende des Geschäftsjahres im Juni 2025 anhalten werde. Konkrete Angaben, wann mit einem organischen Umsatzwachstum zu rechnen sei, wurden jedoch nicht gemacht.
Das operative Ergebnis für das Gesamtjahr stieg um 8,2 Prozent, ging jedoch auf vergleichbarer Basis um 4,8 Prozent zurück und lag damit leicht unter den Schätzungen der Analysten.
Der jüngste Rückgang der Spirituosennachfrage drückt auf Diageo und die gesamte Branche. Der sogenannte Covid-Superzyklus, in dem Konsumenten während der Lockdowns und der darauffolgenden Erholungsphase bereitwillig auf teure Spirituosen setzten, fand im letzten Jahr ein abruptes Ende.
Bereits im November hatte Diageo eine unerwartete Gewinnwarnung herausgegeben und prognostiziert, dass die Umsätze in Lateinamerika und der Karibik im ersten Halbjahr um 20 Prozent einbrechen würden, bedingt durch eine geringere Nachfrage nach Spirituosen. Diese Ankündigung führte zu einem Kursrückgang der Aktien um 15 Prozent.
Seit der Gewinnwarnung trat eine Reihe von Führungskräften zurück, darunter auch die Finanzchefin Lavanya Chandrashekar. Sie wird im September durch Nik Jhangiani ersetzt, der bisher als CFO bei Coca-Colas größtem Abfüller Coca-Cola Europacific Partners tätig war.