Die Bundesliga-Clubs FC Bayern München, Borussia Dortmund und VfB Stuttgart richten ihren Blick nach Asien, während Eintracht Frankfurt und RB Leipzig nach Nordamerika reisen und der FC Augsburg sich nach Afrika aufmacht. Diese Reisen dienen weniger der sportlichen Vorbereitung, sondern stehen im Zeichen einer intensiven Auslandsvermarktung, welche die Deutsche Fußball Liga (DFL) vorantreibt.
Peer Naubert, Marketingverantwortlicher der DFL, betont, dass das Ziel darin besteht, die Marke Bundesliga über die Landesgrenzen hinaus bekannter und attraktiver zu machen. Dies solle den Wert der Medienrechte steigern und zur wirtschaftlichen Stabilität der Clubs beitragen. Auch der VfB Stuttgart sieht die Auslandsreise nach Japan als wirtschaftlich relevante Möglichkeit, Deutschland und die Bundesliga zu repräsentieren, wie Rouven Kasper, Vorstand Marketing und Vertrieb, verdeutlicht.
Der FC Bayern, der nach Südkorea reist, freut sich insbesondere auf den kulturellen Austausch und das Knüpfen neuer Kontakte, wie Michael Diederich, Vize-Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, erklärt. Aus Sicht von Sebastian Uhrich von der Deutschen Sporthochschule Köln versucht die Bundesliga ähnlich wie ein Wirtschaftsunternehmen, neue Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen. In einem gesättigten heimischen Markt sei dies zunehmend schwieriger, weshalb man ausländische Märkte wie die USA, China und Japan in den Fokus nehme.
Um Clubs diese Reisen schmackhaft zu machen, stellt die DFL seit einigen Jahren Auslandsförderungen bereit. Für die Saison 2024/2025 sind 7,5 Millionen Euro vorgesehen, 2,5 Millionen mehr als in den Vorjahren. Diese Mittel sollen Clubs unterstützen, die ins nicht-europäische Ausland reisen und dabei bestimmte Kriterien erfüllen, um die internationale Präsenz weiter auszubauen.
Die DFL strebt danach, den Rückstand zur spanischen La Liga zu verringern und den Vorsprung gegenüber der italienischen Serie A zu vergrößern. Naubert betont, dass die DFL sowohl qualitativ als auch quantitativ mehr tue als jede andere Liga-Organisation und damit das schnellste weltweite Wachstumsrate in Bekanntheit und Beliebtheit verzeichne.
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Ingo Froböse, Sportwissenschaftler, hebt hervor, dass aus trainingswissenschaftlicher Sicht keine Notwendigkeit für Fernreisen bestehe. Eine Vorbereitung in Deutschland oder im nahen europäischen Ausland sei im Hinblick auf individuelle Leistungsfähigkeit und taktische Fragen sinnvoller.