Der Ausblick für den deutschen Arbeitsmarkt zeigt weiterhin wenig Dynamik. Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) betonte, dass der Arbeitsmarktausblick seit einem Jahr nahezu stagniere und konjunkturelle Impulse erforderlich seien. Der IAB-Frühindikator verbesserte sich lediglich um 0,3 Punkte im Vergleich zum Juni und lag bei 100,4 Punkten, was einen leichten positiven Bereich markiert. Die deutschen Sparkassen erwarten eine langsame Erholung der Wirtschaft. Laut dem Quartalsbericht des Deka-S-Finanzklimas, das sich von April bis Juni leicht verbesserte, gewinnt die konjunkturelle Dynamik nur sehr langsam an Fahrt. Die Sparkassen prognostizieren zudem ein Sinken der Leitzinsen, was zusammen mit einer belebenden Konjunktur als Rückenwind für die Aktien- und Anleihemärkte wirken könnte. In Deutschland planen wieder mehr Unternehmen Preiserhöhungen, wie das Münchner Ifo-Institut feststellte. Dennoch rechnet das Institut in den kommenden Monaten mit einem weiteren Rückgang der Inflationsrate, da insbesondere in konsumnahen Bereichen seltener Preissteigerungen geplant sind. Ende 2023 erreichten die deutschen Staatsschulden ein Rekordhoch von fast 2,5 Billionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 28.943 Euro entspricht. Dies sind 778 Euro mehr als Ende 2022, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. International zeigte sich eine Annäherung zwischen Italien und China, nachdem Italien sich aus Chinas Prestigeprojekt der "Neuen Seidenstraße" zurückgezogen hatte. Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni bemüht sich um eine Entspannung in den bilateralen Beziehungen. Im Bereich Sozialpolitik pocht die FDP auf weitreichende Verschärfungen beim Bürgergeld. FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai fordert grundlegende Reformen, die insbesondere dafür sorgen sollen, dass sich Leistung wieder mehr lohnt und Sozialleistungen sich auf diejenigen konzentrieren, die sie tatsächlich benötigen. Eine neue Analyse des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) zeigt, dass ausländische Arbeitskräfte, die sich aus ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen in Deutschland befreien, oft ohne sichere Unterkunft dastehen. Der Ausbau der Solarenergie stockt ebenfalls. Das Statistische Bundesamt meldet, dass im ersten Quartal dieses Jahres 52,8 Prozent weniger Solarmodule im Inland produziert wurden als im Vorjahreszeitraum. Auch die Importe aus China, dem wichtigsten Lieferland, gingen erheblich zurück und liegen nach fünf Monaten des laufenden Jahres um zwei Drittel hinter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr.
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Deutsche Wirtschaft unter der Lupe: Arbeitsmarkt im Stillstand, vorsichtige Preissteigerungen und unerwartete Annäherungen