09. Juli, 2026

Wirtschaft

Deutsche Wirtschaft in der Krise: Ifo-Geschäftsklima fällt erneut

Deutsche Wirtschaft in der Krise: Ifo-Geschäftsklima fällt erneut

Die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland hat sich im Juli entgegen den Erwartungen weiter eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank um 1,6 Punkte auf nunmehr 87,0 Zähler, wie das renommierte Ifo-Institut mitteilte. Damit verzeichnet der wichtigste deutsche Konjunkturindikator bereits den dritten Rückgang in Folge. Ifo-Präsident Clemens Fuest fasste die Lage prägnant zusammen: "Die deutsche Wirtschaft steckt in der Krise fest." Für Analysten kam diese Entwicklung überraschend. Sie hatten eine Verbesserung des Geschäftsklimas erwartet und mit einem Anstieg auf 89,0 Punkte gerechnet. Rund 9000 befragte Unternehmen zeigten sich bezüglich ihrer zukünftigen Geschäftsaussichten deutlich pessimistischer. Auch die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage verschlechterte sich im Vergleich zum Vormonat. Insbesondere das verarbeitende Gewerbe verzeichnete einen signifikanten Rückgang des Geschäftsklimas. Nach Angaben der Ifo-Experten liegt das unter anderem an schwachen Auftragseingängen und einer niedrigen Kapazitätsauslastung. Auch im Handel, im Dienstleistungssektor und am Bau verschlechterten sich die Werte. Im Bauhauptgewerbe herrscht laut Fuest ein deutlicher Pessimismus. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, beschrieb die Ifo-Daten als "kalte Dusche" für die Konjunktur. Er sieht auch die Unsicherheit durch die anstehende US-Präsidentschaftswahl als belastenden Faktor. Dennoch bleibe die Hoffnung, dass die aktuelle wirtschaftliche Schwäche nur vorübergehender Natur sei. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, teilte diesen Pessimismus und sagte: "Das Tal der Tränen ist noch nicht durchquert." Er beschrieb die wirtschaftliche Situation metaphorisch als "eine breite Tiefebene, deren Ausdehnung kaum zu überschauen ist." Gitzel zufolge fehlt es der stark industriell geprägten deutschen Wirtschaft derzeit an außenwirtschaftlichen Impulsen.