24. Mai, 2024

Grün

Deutsche Wälder im Klimastress: Vier von fünf Bäumen erkrankt

Deutsche Wälder im Klimastress: Vier von fünf Bäumen erkrankt

Deutschlands Wälder leiden unvermindert unter den Auswirkungen der Klimakrise. Aktuelle Erhebungen des Bundesagrarministeriums offenbaren, dass 80 Prozent der Bäume bei den vier häufigsten Arten – Fichte, Kiefer, Buche und Eiche – Schäden aufweisen. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir spricht von einer notwendigen 'Langzeitkur' und strebt die Umwandlung zu widerstandsfähigeren Mischwäldern an, um die Forsten robuster gegenüber den Veränderungen zu machen.

Minister Özdemir betonte die massive Betroffenheit des Waldes durch die Klimakrise und die Notwendigkeit, mehr für seine Gesunderhaltung zu tun. Wälder sind nicht nur für die Artenvielfalt wichtig, sondern dienen auch als Kohlenstoffspeicher und Erholungsorte für die Bevölkerung. Dabei ist der Zustand des Waldes weiterhin besorgniserregend. Die diesjährige Untersuchung zeigt, dass keine signifikanten Verbesserungen oder Verschlechterungen im Vergleich zum Vorjahr festzustellen sind. Dennoch sind deutliche Schäden an 36 Prozent der Bäume sichtbar.

Ein Lichtblick bietet die leichte Erholung der Kiefernbestände, die weniger deutliche Schäden zeigen. Bei den anderen Hauptbaumarten wurde hingegen eine Zunahme der Schäden verzeichnet. Özdemir sieht in der Anpassung des Waldes an den Klimawandel eine Herausforderung für die kommenden Generationen und betont die Notwendigkeit der Unterstützung der Waldbesitzer, für die in diesem Jahr 250 Millionen Euro an Fördermitteln vorgesehen sind.

Das Ziel der Umgestaltung liegt in der Vermeidung von Monokulturen. Gemischte Wälder bieten dabei den Vorteil einer höheren Resilienz sowie einer verbesserten Nutzung des Nährstoffangebots. Die bevorstehende Reform des Bundeswaldgesetzes soll Klimaschutz und wirtschaftliche Perspektiven für Waldbesitzer in Einklang bringen. Die FDP spricht sich für mehr Freiraum im Waldbau aus, während Umweltorganisationen wie WWF und Greenpeace einschneidende Veränderungen im Sinne des Waldschutzes fordern. Der Verband der Waldeigentümer mahnt hingegen, dass nicht die rechtlichen Bedingungen, sondern der Klimawandel der Auslöser der aktuellen Waldschäden ist.

In Anbetracht dessen, dass Deutschland eine überdurchschnittliche Erwärmung im Vergleich zum globalen Durchschnitt erlebt hat, ist die Dringlichkeit von Maßnahmen zur Stärkung der Waldgesundheit offensichtlich. Die Zeit für gezielte und umfassende Handlungsansätze zur Rettung der deutschen Wälder scheint gekommen.