02. Juli, 2026

Wirtschaft

Deutsche Post kämpft mit Filialmangel auf dem Land

Deutsche Post kämpft mit Filialmangel auf dem Land

Die Deutsche Post hat weiterhin Schwierigkeiten, genügend Filialen in ländlichen Gebieten zu betreiben. Laut Bundesnetzagentur gab es im Juli 141 unbesetzte Pflichtstandorte, 16 mehr als im Februar. Dies steht im Widerspruch zu den gesetzlichen Vorgaben, die verlangen, dass Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern mindestens eine Postfiliale haben müssen und Gemeinden mit über 4.000 Einwohnern eine Filiale in maximal zwei Kilometern Entfernung im zusammenhängenden Wohngebiet vorweisen müssen. Obwohl der Bonner Konzern mit knapp 13.000 Postfilialen bundesweit gut aufgestellt ist und die staatliche Vorgabe von 12.000 Filialen übertrifft, wird die Einhaltung der Entfernungsregeln in ländlichen und stadtnahen Gebieten nicht immer gewährleistet. Ein Strukturwandel in ländlichen Regionen wird als Hauptgrund für diese Herausforderungen genannt. Wenn der letzte Supermarkt oder Krämerladen schließt und keine anderen Einzelhändler bereit sind, als Postpartner zu fungieren, bleiben Filialstandorte unbesetzt. Aktuell zeigt die Statistik der Bundesnetzagentur eine Schwankung der unbesetzten Pflichtstandorte. Während es im Januar 2023 noch 174 unbesetzte Standorte gab, sank die Zahl im Oktober auf 73. Ein Sprecher des Post-Konzerns DHL erklärte, die Etablierung von Filialen sei besonders in Gebieten mit geringer Einzelhandels-Infrastruktur herausfordernd. Geschäftsaufgaben von Filialpartnern verschärfen die Situation zusätzlich. Ab dem Jahreswechsel könnte sich das Problem jedoch entschärfen, dank neuer Regelungen im Postgesetz. Zukünftig sollen unter bestimmten Umständen auch Poststationen zur Erfüllung der Pflichtvorgaben angerechnet werden. Diese Automaten ermöglichen den rund um die Uhr Kauf von Briefmarken, das Frankieren und Versenden von Paketen sowie eine Videoberatung. Bislang war dies nicht möglich. Von den 141 unbesetzten Pflichtstandorten im Juli waren immerhin 27 mit solch einem Automaten ausgestattet, was zeigt, dass sich die Situation im kommenden Jahr entspannen könnte. Die Anrechnung der Automaten auf die Filialpflicht bedarf jedoch der Zustimmung der Bundesnetzagentur, deren Chef Klaus Müller sich bereits grundsätzlich positiv zu dieser Lösung geäußert hat.