09. Juli, 2026

Wirtschaft

Deutsche Industrie vor großer Herausforderung: Energiepreise zwingen Unternehmen zum Handeln

Deutsche Industrie vor großer Herausforderung: Energiepreise zwingen Unternehmen zum Handeln

Die derzeit hohen Energiepreise drohen, die Attraktivität des Industriestandorts Deutschland erheblich zu beeinträchtigen. Dies geht aus einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hervor. Insbesondere Industriebetriebe sehen sich zunehmend gezwungen, ihre Produktion entweder einzuschränken oder ins Ausland zu verlagern. Der Umfrage zufolge erwägen derzeit vier von zehn Industriebetrieben solche Maßnahmen, bei Unternehmen mit über 500 Beschäftigten sogar mehr als die Hälfte. An der Erhebung nahmen etwa 3.300 Unternehmen teil.

Ein zentrales Problem ist laut DIHK die mangelnde Zuverlässigkeit und Bezahlbarkeit der Energieversorgung, was viele Unternehmen nach alternativen Produktionsstandorten suchen lässt. Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der DIHK, betonte, dass in den Jahren vor 2023 viele Betriebe noch Chancen in der Energiewende sahen. Inzwischen würden jedoch die Risiken klar überwiegen. Hohe Energiepreise entwickelten sich zunehmend zu einem Hemmschuh für Produktion und Investitionen.

Mit der erhöhten Bereitschaft zur Produktionsverlagerung verdeutlichen sich die energiepolitischen Standortnachteile für Unternehmen in Deutschland. Besonders betroffen seien energieintensive Industrien und große Unternehmen im Maschinenbau sowie in der Produktion von Industriegütern.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fordert die DIHK staatliche Unterstützung und eine Reduzierung der Energiebelastungen für Unternehmen. Konkret schlägt sie vor, Steuern und Abgaben auf Strom zu senken und Umlagen aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. Zudem solle die im Wachstumspaket vorgesehene dauerhafte Absenkung der Stromsteuer auf alle Branchen ausgeweitet werden.