Der globale Fleischkonsum hat sich seit 1961 vervierfacht, sowohl pro Kopf als auch in absoluten Zahlen. Eine 2021 in der National Library of Medicine veröffentlichte Studie zeigt, dass jährlich rund 80 Milliarden Tiere für den menschlichen Verzehr geschlachtet werden, was etwa 340 Millionen Tonnen Fleisch ergibt. Der Anstieg der menschlichen Bevölkerung ist einer der Hauptgründe für die Ausweitung der Viehwirtschaft. Der OECD-FAO Agricultural Outlook erwartet, dass die weltweite Fleischproduktion bis 2030 weiter zunimmt, wobei insbesondere China, Brasilien und die USA die treibenden Kräfte hinter diesem Wachstum sind. Besonders die Geflügelproduktion soll maßgeblich zum prognostizierten Wachstum beitragen. Es wird erwartet, dass der globale Fleischproteinkonsum bis 2030 um 14 % im Vergleich zu den Konsumtrends von 2018-2020 wächst. Bevölkerungszuwachs und steigende Durchschnittseinkommen sind die Haupttreiber dieses Wachstums. Die Verfügbarkeit von Proteinen aus Geflügel soll bis 2030 um 17,8 % steigen, während die Verfügbarkeit von Rind-, Schweine- und Schaffleisch langsamer wachsen soll: um 5,9 % bei Rind, 13,2 % bei Schwein und 15,7 % bei Schaf. Diese Trends gelten jedoch nicht für alle Länder weltweit gleichermaßen. In einkommensstarken Ländern führen Alterung, geänderte Verbraucherpräferenzen und eine Verlangsamung des Bevölkerungswachstums zu einer Stabilisierung des Pro-Kopf-Fleischkonsums. Der Trend hin zu hochwertigen Fleischstücken und einer vermehrten Geflügelkonsumtion ist hier besonders ausgeprägt. In einkommensschwächeren Ländern wächst der Geflügelkonsum primär aufgrund der geringeren Kosten. In den USA konsumiert der durchschnittliche Einwohner etwa 224,6 Pfund Fleisch pro Jahr. Trotz einer kurzzeitigen Reduktion im Jahr 2022 erreichte der Fleischkonsum 2021 einen Rekordwert und bleibt auf hohem Niveau. Die Veränderungen im Konsumverhalten treiben Unternehmen der Branche an, neue Produktentwicklungen voranzutreiben. Tyson Foods hat kürzlich ein 300 Millionen Dollar teures Produktionswerk in Virginia eröffnet, das zu den modernsten Anlagen des Unternehmens gehört und wöchentlich vier Millionen Pfund hochwertiger Geflügelprodukte produziert. Ein weiteres Werk in Kentucky, das zu Jahresbeginn eröffnet wurde, ist auf die Produktion von Premium-Bacon ausgerichtet und soll zwei Millionen Pfund pro Woche produzieren. Diese strategischen Maßnahmen zielen darauf ab, die Marktführerschaft auszubauen und den steigenden Bedarf an Fleischprodukten zu decken. Nun zum Land mit dem geringsten Fleischkonsum weltweit: Die Demokratische Republik Kongo führt die Liste mit nur 3,03 Kilogramm Fleischkonsum pro Kopf und Jahr an. Im Vergleich dazu konsumieren Einwohner von Hongkong und den USA 146,85 bzw. 126,83 Kilogramm Fleisch pro Jahr. Die DRC ist mit rund 6,9 Millionen Binnenvertriebenen eines der Länder mit den weltweit gravierendsten humanitären Krisen. Versorgungsengpässe, marode Infrastruktur und jahrelange Konflikte sind Hauptursachen für die schwierige Lage des Landes. Für weitere Einblicke in ähnliche Themenbereiche empfehlen wir einen Blick auf unsere Berichte zu den Ländern mit dem höchsten Fleischkonsum und den führenden Fleischproduktionsländern weltweit.
Wirtschaft
Demokratische Republik Kongo: Land mit dem geringsten Fleischkonsum weltweit