27. Juli, 2026

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DAX steht vor freundlichem Juni-Start dank Wall-Street-Rückenwind

DAX steht vor freundlichem Juni-Start dank Wall-Street-Rückenwind

Der DAX startet den Juni mutmaßlich mit Kursgewinnen, unterstützt durch positive Impulse aus New York. Eine Stunde vor dem Handelsbeginn am Freitag deutete der X-DAX auf einen Anstieg des Leitindex um 0,9 Prozent auf 18.670 Punkte hin. Auch der EuroStoxx 50 wird im Plus erwartet.

Die Erholung an der Wall Street sorgt für positiven Schwung. Trotz anfänglicher Befürchtungen hinsichtlich der Profitabilität im Bereich Künstliche Intelligenz (KI), die den S&P 500 auf ein Dreiwochentief drückten, schloss der Index im Plus. Die Nasdaq-Indizes konnten ihre anfänglichen Verluste rechtzeitig komplett aufholen.

Diese Handelswoche wird im DAX von der bevorstehenden Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) geprägt sein. Viele Experten erwarten eine erste Zinssenkung nach einer Serie von Erhöhungen seit Mitte 2022 zur Bekämpfung der Inflation. Börsianer zeigten sich zuletzt dennoch besorgt über eine mögliche Zinswende sowohl in Europa als auch in den USA, was die jüngste DAX-Rally gebremst hat.

Laut der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) wird eine Zinssenkung der EZB weitgehend erwartet, jedoch bleibt abzuwarten, wie stark der Zinssenkungszyklus ausfallen wird. Bevor jedoch am Donnerstag der EZB-Entscheid fällt, richten sich die Blicke auf diverse Einkaufsmanagerindizes. Darunter der ISM-Index für die US-Industrie, der aktuell knapp unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten liegt. Es bleibt fraglich, ob der Index ein starkes Wachstumssignal senden kann.

Aus charttechnischer Sicht läuft ein starker Start in den Juni noch keinen Erfolgsgarant dar, so Martin Utschneider von Finanzethos GmbH. Der DAX strebt zwar eine Rückkehr zum Aufwärtstrend des Januars an, doch die technische Lage bleibt schwach. Besonders das Vorwochentief von 18.427 Punkten stellt zunächst eine wichtige Unterstützung dar.

Auf Unternehmensseite ist die Nachrichtenlage am Morgen ruhig. Vorbörslich gerieten die Aktien von Borussia Dortmund unter Druck, nachdem der erhoffte Sieg im Champions-League-Finale gegen Real Madrid mit einer 0:2-Niederlage ausblieb. Dies führte zu einem Kursrückgang von 6,5 Prozent.

Analystenkommentare beeinflussten ebenfalls die Stimmung am Markt. Die Citigroup strich ihre Kaufempfehlung für die Commerzbank, was die Aktien im Vorab-Handel um 1,7 Prozent sinken ließ. Im Gegenzug hob die UBS ihre Verkaufsempfehlung für Hannover Rück auf 'Neutral' an, was die Aktien um 1,5 Prozent steigen ließ.

Nemetschek könnte ebenfalls von guten US-Vorgaben profitieren. Nach einem überzeugenden Quartalsbericht stiegen die Aktien des Konkurrenten Autodesk nachbörslich in New York um sieben Prozent. Händler sind optimistisch, dass dies auch dem deutschen Bausoftware-Hersteller zugutekommen könnte.