28. Juli, 2026

Märkte

Dax Rückgang: Sorgen um Inflation belasten Märkte

Dax Rückgang: Sorgen um Inflation belasten Märkte

Die gestiegene Inflation in Deutschland hat am Mittwoch den deutschen Leitindex Dax deutlich schwächer abschließen lassen. Mit 18.473,29 Punkten erreichte der Dax den tiefsten Stand seit drei Wochen und verlor dabei 1,1 Prozent seines Wertes. Noch am Vortag hatte der Dax knapp an seinem Rekordhoch von 18.892 Punkten gekratzt, bevor er nur noch 37 Punkte davon entfernt war. Auch der MDax der mittelgroßen Aktien litt unter dem Inflationsdruck und fiel um 2,01 Prozent auf 26.589,15 Punkte.

Anleger zeigen sich besorgt über den zukünftigen Kurs der internationalen Notenbanken und agierten daher zurückhaltend. In Deutschland sind die Verbraucherpreise im Mai im Vergleich zum April leicht angestiegen. Diese Entwicklung ist von Bedeutung für die bevorstehende Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), bei der eine erste Zinssenkung erwartet wird, deren weiterer Verlauf jedoch offen bleibt. Einige Akteure zweifeln jedoch zunehmend an einer Zinssenkung im Juni.

Volkswirt Sebastian Becker von der Deutschen Bank wies auf die anhaltend hohe Inflation speziell bei den Dienstleistungspreisen hin. Diese werden durch steigende Löhne und den zunehmenden privaten Konsum noch längere Zeit auf hohem Niveau bleiben. Daher werde auch die aus Sicht der EZB wichtige Kerninflationsrate perspektivisch nicht unter die Marke von zwei Prozent fallen.

Im Fokus standen auch Unternehmensaktien: Die Aktien von Aroundtown gaben nach dem Quartalsbericht um gut 6 Prozent nach. Trotz weitgehend neutraler Bewertungen durch Analysten brachte der Bericht keine positiven Überraschungen. Die Aktien von Douglas verloren 2,9 Prozent nach dem ersten Geschäftsbericht seit ihrer Rückkehr an die Börse im März. Der Aktienkurs der Lufthansa fiel um 2,8 Prozent, nachdem American Airlines seine Gewinnerwartungen reduziert hatte.

Gegen den Trend legten Aktien von Adidas 2,2 Prozent zu, getrieben durch die starken Quartalszahlen des US-Sportartikel-Einzelhändlers Dicks Sporting Goods. Analystenkommentare führten dazu, dass Delivery Hero 6,4 Prozent einbüßte, nachdem Morgan Stanley die Empfehlung für den Essenslieferanten gestrichen hatte. Zu den Favoriten des Tages zählten Auto1, die um 3 Prozent stiegen, nachdem HSBC weiteres Kurspotenzial bestätigt hatte.

Auch andere europäische Märkte verzeichneten Verluste. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,33 Prozent und schloss bei 4963,20 Punkten. Der Pariser Cac 40 fiel noch stärker, während der Rückgang des Londoner FTSE 100 geringer ausfiel. In New York lag der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss knapp ein Prozent im Minus.

Am Devisenmarkt sank der Euro auf 1,0811 US-Dollar, nachdem die EZB den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0857 Dollar festgelegt hatte. Beim Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,62 Prozent auf 2,67 Prozent. Der Rentenindex Rex verlor 0,23 Prozent und notierte bei 123,68 Punkten, während der Bund-Future um 0,52 Prozent auf 129,00 Punkte sank.