07. Juli, 2026

Wirtschaft

Continental kürzt Jahresprognose: Automobilproduktion in Europa rückläufig

Continental kürzt Jahresprognose: Automobilproduktion in Europa rückläufig

Der deutsche Automobilzulieferer Continental hat seine Jahresprognose für den Umsatz gesenkt. Das Unternehmen, eines der größten Zulieferer der Automobilindustrie in Europa, rechnet mit einem weiteren Rückgang der Fahrzeugproduktion in der Region.

Das Unternehmen prüft derzeit die Abspaltung seiner Kernautomobilsparte. Trotz eines leichten Wachstums der Fahrzeugproduktion außerhalb Europas in diesem Jahr, wird dies durch einen Rückgang des Heimatmarktes mehr als ausgeglichen. Besonders der Absatz von Elektrofahrzeugen stockt. Continental geht nun von einem Produktionsrückgang in Europa von 4 bis 6 Prozent aus, im Vergleich zur früheren Prognose von 1 bis 3 Prozent. Die neue Umsatzprognose für das Gesamtjahr liegt nun zwischen 40 und 42,5 Milliarden Euro, verglichen mit der vorherigen Schätzung von 41 bis 44 Milliarden Euro.

Finanzvorstand Olaf Schick erklärte gegenüber der Financial Times: "Das aktuelle Marktumfeld ist schwierig." Deutsche Automobilzulieferer wie Continental profitierten zuvor vom Erfolg ihrer größten Kunden wie BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz. Allerdings werden sie nun durch den Übergang zu Elektrofahrzeugen und den Bedarf an erheblichen Investitionen in neue Technologien unter Druck gesetzt.

Continental kürzt wie viele Konkurrenten Arbeitsplätze, um die Margen zu verbessern. Schick zufolge werden 20 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsstandorte auf mögliche Entlassungen oder Schließungen geprüft. Etwa die Hälfte der 2.800 im vergangenen Jahr entlassenen Mitarbeiter stammte aus dem R&D-Bereich.

Das umfangreiche Kostensenkungsprogramm half Continental, die bereinigte EBIT-Marge im zweiten Quartal auf 7 Prozent zu steigern, gegenüber 4,8 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Anleger reagierten positiv auf die verbesserten Margen, wodurch der Aktienkurs von Continental im frühen Handel um fast 5 Prozent stieg.

Seit Jahrzehnten hat Continental durch Akquisitionen sein Geschäft mit Autoteilen aufgebaut, einschließlich eines 2007 abgeschlossenen Deals zum Kauf des Automobilzuliefergeschäfts von Siemens für 11,4 Milliarden Euro. Die jüngste Ankündigung deutet jedoch auf einen Richtungswechsel hin. Am Montag erklärte Continental, es erwäge die Abspaltung der Autosparte, die mit jährlichen Umsätzen von 20,3 Milliarden Euro und etwa 100.000 Mitarbeitern die Hälfte des Gesamtkonzerns ausmacht. Continental würde sein 153 Jahre altes Reifenunternehmen und eine kleinere Sparte, die Gummiprodukte und Technologie an andere Industrien liefert, behalten.

Schick sagte, es sei „jetzt der richtige Schritt, sich zu trennen und beiden Seiten volle Konzentration zu ermöglichen.“