Nach der Vorstellung der Wachstumsinitiative ruft Bundesfinanzminister Christian Lindner zu weiteren Maßnahmen auf, um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu stärken. Auf dem Tag der Metall- und Elektro-Industrie in Berlin betonte der FDP-Chef, dass die Arbeit nicht mit der Anfangsinitiative beendet sei, sondern dass dies erst der Start weiterer notwendiger Schritte sei.
Lindner hob hervor, dass trotz der neuen Wachstumsförderungen noch immer wesentliche Anreize fehlen, insbesondere im Bereich der Energiepreise. Deutschland leide unter überzogenen Subventionen für erneuerbare Energien und steigenden Netzentgelten, die die energiebedingten Kosten in die Höhe treiben. Auch die internationale Steuerbelastung der Betriebe sei noch nicht ausreichend konkurrenzfähig.
Die Bundesregierung ist derweil damit beschäftigt, ihr Wachstumspaket umzusetzen, um die stagnierende Konjunktur wieder in Schwung zu bringen. Geplante Maßnahmen umfassen Verbesserungen bei Abschreibungen von Investitionen und der Forschungszulage. Des Weiteren soll durch Bürokratieabbau ein wirtschaftlicherer Rahmen geschaffen werden. Zudem sind Anreize für Arbeitnehmer vorgesehen, mehr und länger zu arbeiten, wobei für Bürgergeld-Bezieher Verschärfungen in Aussicht stehen.
Lindner appellierte, die Wachstumsinitiative schnell und ohne Abstriche umzusetzen. Er sprach in diesem Zusammenhang von einem 'Herbst der Entscheidungen'.
Stefan Wolf, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, äußerte zugleich, dass in den Betrieben eine tiefe Verunsicherung und Zukunftsängste herrschen. Er sieht die Politik in der Pflicht, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und die Menschen hinter einem gemeinsamen Ziel zu vereinen. Dies sei eine grundlegende Führungsaufgabe der Politik.