Chevron hat die Gewinnerwartungen für das zweite Quartal nicht erfüllt, was zusätzlichen Druck auf den Vorstandsvorsitzenden Mike Wirth ausübt, seinen 53-Milliarden-Dollar-Plan zur Übernahme von Hess durchzusetzen. Chevron verdiente 2,55 US-Dollar pro Aktie im zweiten Quartal, während die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten bei 2,93 US-Dollar lagen. Dies steht im Kontrast zu Konkurrenten wie Shell und BP, die kürzlich die Erwartungen übertrafen, dank starker Öl- und Gasproduktion, die Schwächen im Raffinerie- und Handelsssektor ausgleichen konnten. Exxon Mobil wird seine Ergebnisse noch bekanntgeben. Im vorbörslichen Handel fielen Chevron-Aktien um bis zu 1,7%. Unabhängig davon gab das Unternehmen Pläne bekannt, den Hauptsitz von San Ramon, Kalifornien, nach Houston zu verlegen. Die Übernahme von Hess wurde vor fast zehn Monaten vereinbart, verzögert sich jedoch wegen eines schiedsgerichtlichen Verfahrens, das von Erzfeind Exxon eingeleitet wurde. Exxon beansprucht ein Vorkaufsrecht auf Hess‘ 30%igen Anteil an einer Erdölentwicklung in Guyana. Chevron bleibt zuversichtlich, das Verfahren zu gewinnen, aber es wird erst im Mai 2025 verhandelt. Das schwebende Schiedsverfahren hinterlässt Chevron in strategischer Unsicherheit. Investoren haben Schwierigkeiten, ein Unternehmen zu analysieren, das sich komplett verändern könnte, falls der größte Deal in zwei Jahrzehnten erfolgreich ist. Chevron argumentiert, dass Exxons Vorkaufsrecht nicht gelte, da der Deal als Unternehmensfusion strukturiert sei und kein Vermögensverkauf. Dennoch hat Chevron angekündigt, sich von Hess zurückzuziehen, sollte der Fall verloren gehen. CEO Mike Wirth bemüht sich derweil, Chevron als starke alleinstehende Investition darzustellen. Das Unternehmen strebt ein jährliches Produktionswachstum von 3% bis 2027 an und plant, jährlich Aktien im Wert von 20 Milliarden Dollar zurückzukaufen sowie kürzlich die Dividende erhöht. Trotz allem hat Chevron in diesem Jahr signifikant schlechter abgeschnitten als Exxon, mit einem Anstieg von rund 2% im Vergleich zu den 17% des größeren Rivalen.
Wirtschaft
Chevron verfehlt Gewinnschätzungen und erhöht Druck auf CEO Mike Wirth