03. Mai, 2026

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Canal+ glänzt bei Marktdebüt in London: Ein Hoffnungsschimmer für den britischen Finanzplatz?

Canal+ glänzt bei Marktdebüt in London: Ein Hoffnungsschimmer für den britischen Finanzplatz?

Mit einer eindrucksvollen Marktbewertung von 2,6 Milliarden Pfund startete der französische Sender Canal+, einst Teil des Vivendi-Konglomerats, seine Börsenreise in London. Damit ist es das bisher größte Börsendebüt in der britischen Hauptstadt dieses Jahres und gleichzeitig ein bedeutender Test für das Unternehmen der Bolloré-Familie, die seit Langem über die vermeintlich geringe Bewertung ihrer Tochtergesellschaften klagte. Zu Handelsbeginn wurden die Aktien von Canal+ bei 258 Pence gehandelt, was die Gesamtkapitalisierung des Unternehmens unterstrich. Experten, darunter Vivendi und JPMorgan, argumentieren, dass der tatsächliche Unternehmenswert langfristig bei über 6 Milliarden Euro liegen sollte. Dennoch bleibt die Anfangsphase aufgrund potenzieller Verkaufsaktivitäten durch Fonds, die nur in französische Unternehmen investieren, als volatil eingeschätzt. Auch steuerliche Überlegungen könnten einige Investoren zum Verkauf ihrer Anteile bewegen. Die Auflistung von Canal+ wurde von der britischen Schatzkanzlerin, Rachel Reeves, als "Vertrauensvotum" für den Londoner Markt gepriesen. Besonders in einer Zeit, in der der britische Finanzplatz mehr Unternehmen verliert als gewinnt, stellt der Neuzugang von Canal+ einen positiven Lichtblick dar: Laut London Stock Exchange Group sind allein dieses Jahr fast 90 Unternehmen von der Londoner Hauptbörse verschwunden oder haben ihren Hauptsitz verlegt, während nur 18 neue Unternehmen ihren Platz eingenommen haben.