10. Juli, 2026

Wirtschaft

Bundeskanzler Olaf Scholz signalisiert Bundesunterstützung für die Meyer Werft

Bundeskanzler Olaf Scholz signalisiert Bundesunterstützung für die Meyer Werft

Bundeskanzler Olaf Scholz hat die mögliche Unterstützung des Bundes für die angeschlagene Meyer Werft in Aussicht gestellt. In seiner traditionellen Sommer-Pressekonferenz in Berlin betonte der SPD-Politiker: „Wir kümmern uns um das Thema.“ Dabei unterstrich er, dass er in intensivem Austausch mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil stehe.

Obwohl keine sofortigen Entscheidungen angekündigt wurden, betonte Scholz die hohe Priorität des Themas für ihn. Die Meyer Werft, die für ihre hochwertigen Kreuzfahrtschiffe bekannt ist, könne sich weiterhin als wettbewerbsfähig behaupten. Die Werft mit ihren qualifizierten Mitarbeitern leiste hervorragende Arbeit, die auch in Zukunft gefragt sein werde.

Die traditionsreiche Werft steht vor der größten Krise ihrer über 200-jährigen Geschichte. Derzeit sind Aufträge bis 2028 vorhanden, jedoch wurden einige dieser Verträge vor der Corona-Pandemie abgeschlossen und in ihrer zeitlichen Abfolge in Kooperation mit den Reedereien gestreckt. Diese Verträge berücksichtigen jedoch nicht die mittlerweile gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Um die Finanzierung von neuen Schiffsbauten bis Ende 2027 zu sichern, benötigt das Unternehmen mehr als 2,7 Milliarden Euro.

Ministerpräsident Stephan Weil zeigt sich derweil optimistisch: „Die Meyer Werft ist zukunftsfähig. Und wir arbeiten sehr hart dafür, dass sie auch eine Zukunft hat“, sagte er der „Nordwest-Zeitung“. Das kürzlich vorgelegte Sanierungsgutachten sei ein wichtiger Schritt, jedoch müsse man zu Vereinbarungen mit Banken, dem Bund und Land, den Auftraggebern und den Eigentümern kommen. „Man habe eine echte Chance,“ betonte Weil und unterstrich die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen.