Der britische Ölkonzern BP hat angekündigt, im zweiten Halbjahr erneut eigene Aktien im Wert von mehreren Milliarden Dollar zurückzukaufen. Bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres wurden Anteile des Unternehmens für 3,5 Milliarden US-Dollar erworben. Bis Ende des Jahres soll nun eine gleich hohe Summe in den Rückkauf von Aktien investiert werden. Gleichzeitig kündigt BP an, seinen Aktionären eine Quartalsdividende von 8 Cent pro Aktie auszuzahlen, was einer Erhöhung von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Nachricht wurde von den Aktionären wohlwollend aufgenommen.
Branchenkenner Giacomo Romeo vom Investmenthaus Jefferies zeigt sich überrascht von der Höhe der Dividende, die über den Markterwartungen liegt. Analysen von Joshua Stone von der Bank UBS bestätigen, dass die Ausschüttungen für Erleichterung bei den Anteilseignern sorgen. Auch Michele della Vigna, Analyst bei Goldman Sachs, hebt die soliden Quartalszahlen des Unternehmens hervor.
Am Mittag stiegen die BP-Aktien um etwa 2,1 Prozent und gehörten somit zu den Favoriten im Stoxx 50. Seit Jahresbeginn sind die Papiere jedoch noch immer rund ein Prozent im Minus. Langfristig profitieren Investoren, die seit drei Jahren dabei sind, von einem Plus von ungefähr 60 Prozent.
Unternehmen nutzen Aktienrückkäufe häufig, um den Kurs ihrer Anteile zu stützen. Wenn die erworbenen Aktien eingezogen werden, verteilt sich der Gewinn auf eine geringere Anzahl von Anteilen, was den Kurs positiv beeinflussen kann. Investoren fordern solche Maßnahmen häufig bei gut kapitalisierten Unternehmen, da sie dadurch auf steigende Kurse hoffen.
Im zweiten Quartal konnte BP seinen um Sondereffekte bereinigten Gewinn um fast 200 Millionen auf knapp 2,8 Milliarden US-Dollar erhöhen, was die Erwartungen der Analysten übertraf. Auch der Verschuldungsgrad zeigte sich zum Ende Juni besser als prognostiziert.
Trotzdem steht unter dem Strich ein Verlust von 129 Millionen US-Dollar, verglichen mit einem Überschuss von knapp 1,8 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Dieser Rückgang ist auf Wertberichtigungen und Rückstellungen zurückzuführen. BP hatte im März angekündigt, seine Standorte verkleinern zu wollen, da die Betriebskosten zu hoch und die Nachfrage rückläufig seien.