27. Juli, 2026

Wirtschaft

Borussia Dortmund und Rheinmetall: Ein Sponsoring-Deal im Rampenlicht

Borussia Dortmund und Rheinmetall: Ein Sponsoring-Deal im Rampenlicht

Borussia Dortmund hat wenige Tage vor dem Champions-League-Finale für Schlagzeilen gesorgt: Der Fußball-Bundesligist kündigte eine dreijährige Sponsoring-Partnerschaft mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall an. Während finanzielle Details unbekannt bleiben, schätzt das Handelsblatt das Volumen des Sponsorings auf einen einstelligen Millionenbetrag pro Jahr. Die Vereinbarung umfasst weitreichende Werbeflächen, Vermarktungsrechte sowie Event- und Hospitality-Angebote. Rheinmetall wird hierbei zum "Champion Partner" und damit ein bedeutender Sponsor für den BVB.

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, verteidigte die Entscheidung: „Sicherheit und Verteidigung sind zentrale Elemente der Demokratie, und es ist für uns wichtig, aktiv an deren Schutz mitzuwirken.“ Rheinmetall-Chef Armin Papperger zeigte sich ebenfalls begeistert: „Der BVB und Rheinmetall passen mit ihren Ambitionen und Werten hervorragend zusammen.“

Doch diese Partnerschaft erfolgt nicht ohne Kontroversen. Vermehrt äußerten Fußballfans und Pazifisten ihren Unmut über den Deal. Die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen rief sogar zu einer Online-Petition auf, um die Partnerschaft zu stoppen. Auch auf Social-Media-Plattformen wie „X“ (ehemals Twitter) brachten viele Nutzer ihre Bedenken zum Ausdruck. Satirische Beiträge, etwa von der Satire-Partei „Die Partei“, verdeutlichten den Unmut über das Sponsoring eines Fußballclubs durch einen Waffenhersteller.

Der Rüstungskonzern ist jedoch nicht neu im Sportsponsoring, unterstützt er doch bereits den Handballclub Bergischer HC aus Solingen. Rheinmetall profitiert seit dem russischen Angriff auf die Ukraine von einer stark gestiegenen Nachfrage nach Waffen und Ausrüstung. Mit einem erwarteten Umsatz von 10 Milliarden Euro für das Jahr 2023, fast doppelt so hoch wie 2021, und einem um ein Vielfaches gestiegenen Aktienkurs seit Anfang 2022, ist Rheinmetall auf Wachstumskurs.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck kommentierte den Deal als Zeichen der aktuellen globalen Bedrohungslage und betonte, dass man in engem Kontakt mit Rheinmetall stehe, um die Lieferung von Munition zur Unterstützung der Ukraine sicherzustellen. Das Bundes-Innenministerium wollte den Deal hingegen nicht kommentieren.

Zu erwartender Diskurs könnte dem BVB allerdings vor dem Champions-League-Finale gegen Real Madrid am Samstag zur Last fallen, trotz der Hoffnung von Sportdirektor Sebastian Kehl, die Konzentration auf das Spiel zu lenken.