11. Juli, 2026

Märkte

Börsenwoche eröffnet mit solidem Auftakt: Bauwerte und Banken im Fokus

Börsenwoche eröffnet mit solidem Auftakt: Bauwerte und Banken im Fokus

Europas führende Aktienmärkte haben die neue Börsenwoche mit leichtem Schwung eröffnet und verzeichnen moderate Zuwächse. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, legte bis Montagmittag um 0,65 Prozent zu und erreichte 5016,04 Punkte. Auch der französische Cac 40 zeigte sich mit einem Plus von 0,25 Prozent auf 8012,59 Zähler positiv. Der britische FTSE 100 notierte ebenfalls im grünen Bereich, stieg um 0,16 Prozent auf 8288,81 Punkte.

„Zum Monatsanfang fließt frisches Geld in den Aktienmarkt, was in Kombination mit einem starken Turnaround an der Wall Street in der letzten Handelsstunde am Freitag für einen vielversprechenden Handelsauftakt sorgt“, analysierte Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei RoboMarkets. Der Dow-Jones-Index hatte am Freitag mit einem Plus von 1,5 Prozent geschlossen.

Positive Impulse kamen zudem von neuen Konjunkturdaten. Die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone hat sich im Mai verbessert. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) von S&P Global stieg gegenüber dem Vormonat um 1,6 Punkte auf 47,3 Zähler. Trotz des anhaltenden Unterschreitens der Wachstumsmarke von 50 Punkten verzeichnet der Index den höchsten Stand seit 14 Monaten.

Aus Branchensicht waren europaweit Bauwerte und Bankentitel besonders gefragt. Der Bankensektor erreichte den höchsten Stand seit 2015 und konnte im bisherigen Jahresverlauf um über 21 Prozent zulegen. Dagegen wurden Aktien aus dem Gesundheitsbereich stark verkauft.

Einen Dämpfer erhielten die Pharmakonzerne GSK und Sanofi aufgrund eines drohenden US-Gerichtsverfahrens wegen möglicher Krebsrisiken des Medikaments Zantac. Die Aktien von GSK fielen im frühen Handel auf den tiefsten Stand seit Mitte April und verloren zuletzt über 10 Prozent. Sanofi verzeichnete einen Rückgang von rund 1,2 Prozent und war damit Schlusslicht im EuroStoxx 50.

Grund der Kursverluste sind Klagen von etwa 75.000 Verbrauchern vor einem Berufungsgericht im US-Bundesstaat Delaware gegen die ehemaligen Hersteller des mittlerweile eingestellten Mittels gegen Sodbrennen. Neben GSK und Sanofi zählen auch Pfizer und Boehringer Ingelheim zu den Beklagten. GSK und Pfizer planen, gegen die Entscheidung in Berufung zu gehen. Sanofi sieht sich mit etwa 25.000 Klagen konfrontiert, hält diese jedoch für nicht prozesswürdig.

Überraschend kam die Meldung, dass das schwer angeschlagene IT-Beratungsunternehmen Atos zwei Rettungsangebote erhalten hat. Die Offerten kamen von Atos-Großaktionär David Layani und dem tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky. Atos, das mit knapp 5 Milliarden Euro verschuldet ist, benötigt dringend frisches Kapital zur Fortsetzung des Geschäftsbetriebs. Die Aktien des Unternehmens fielen erneut auf ein Rekordtief und notierten zuletzt über 16 Prozent niedriger. Insgesamt beläuft sich das Kursminus in diesem Jahr bereits auf über 80 Prozent.