09. Juli, 2026

Wirtschaft

BMW kämpft mit härterer Konkurrenz und zurückhaltender Konsumlaune in China

BMW kämpft mit härterer Konkurrenz und zurückhaltender Konsumlaune in China

Der Münchener Autobauer BMW spürt im zweiten Quartal die wachsende Konkurrenz und die verhaltene Kauflaune im chinesischen Markt. Trotz eines höheren Anteils teurerer Fahrzeuge verzeichnete das Unternehmen einen unerwartet deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses im Kerngeschäft. Zu den belastenden Faktoren zählten erhöhte Herstellungs- und Vertriebskosten sowie Aufwendungen für neue Modelle. Die Führung um CEO Oliver Zipse hielt dennoch an den Jahreszielen fest, da ab dem dritten Quartal eine Besserung in China erwartet wird. Auch das neue 5er-Modell soll im zweiten Halbjahr für Aufschwung sorgen. Am Donnerstagvormittag verlor die BMW-Aktie jedoch an Wert.

Nach Handelsstart sank das Papier um 3,6 Prozent auf 82,70 Euro. Seit dem Jahreshoch im April bei über 115 Euro hat der Kurs deutlich nachgegeben, da sich die Marktbedingungen in der Automobilbranche verschlechtert haben. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach trotz hoher F&E-Ausgaben von soliden Resultaten und einem starken Finanzmittelfluss. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern verringerte sich um fast 11 Prozent auf knapp 3,9 Milliarden Euro. Die operative Marge im Autobereich ging um 0,8 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent zurück, was die Erwartungen der Analysten übertraf. Unter dem Strich sank der BMW-Gewinn um fast 9 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro.

BMW hatte für dieses Jahr rekordhohe Investitionsausgaben in Anlagen sowie für Forschung und Entwicklung angekündigt. Die Einführung der neuen Modellgeneration 'Neue Klasse' im nächsten Jahr macht entsprechende Vorleistungen erforderlich. Steigende Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten belasteten zusätzlich. Der Absatz von Batterie-Elektroautos, die noch nicht so profitabel sind wie Verbrenner und Plug-in-Hybride, wird weiter vorangetrieben.

"Unter den herausfordernden Rahmenbedingungen im ersten Halbjahr führen wir mit unserem Elektro-Wachstum das direkte Wettbewerbsumfeld an – und gleichzeitig liefern wir seit zehn Quartalen hohe Profitabilität im Zielkorridor", erklärte Vorstandschef Zipse. "Mit diesem hohen Maß an Resilienz können wir auch dann konsequent in unsere Zukunft investieren, wenn die gesamte Industrie durch raues Fahrwasser navigieren muss."

Zwischen April und Juni verkaufte BMW 618.743 Fahrzeuge, was einem Rückgang von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht – hauptsächlich bedingt durch die Einführung neuer Mini-Modelle. Die Auslieferungen der Kernmarke BMW stiegen derweil um 2,2 Prozent. Der Umsatz des Konzerns fiel im Quartal leicht um 0,7 Prozent auf 36,9 Milliarden Euro, insbesondere bedingt durch die Herausforderungen in China, wo steigende Wettbewerbsintensität und verhaltene Konsumlaune die Erlöse beeinträchtigten. Ein harter Preiskampf tobt vor allem im Segment der Elektrofahrzeuge und zunehmend auch bei teureren Verbrennern. In China sind wohlhabende Kunden wegen der Immobilienkrise derzeit weniger spendabel.

BMW rechnet jedoch bereits im dritten Quartal mit einer Besserung der wirtschaftlichen Lage in China. Auch die neuen Mini-Modelle und das neue 5er-Modell sollen im zweiten Halbjahr für Zugkraft sorgen.

Ähnliche Herausforderungen erleben derzeit auch andere Automobilkonzerne wie Mercedes-Benz und Volkswagen mit seinen Töchtern Audi und Porsche AG. China war lange der Wachstumsmotor für deutsche Autobauer, doch seit einigen Jahren beeinträchtigen Wirtschaftskrise und Zollprobleme den Absatz. Besonders im wachsenden Elektroautosegment haben deutsche Hersteller Schwierigkeiten, mit den kostengünstigeren lokalen Rivalen zu konkurrieren.