Der Bundesgerichtshof (BGH) steht kurz vor einer richtungsweisenden Entscheidung im Rechtsstreit um unerlaubte Sportwetten. Gegenstand des Verfahrens ist die Klärung der Frage, ob ein Online-Wettanbieter ohne die erforderliche deutsche Lizenz zur Erstattung der verlorenen Wetteinsätze eines Spielers verpflichtet ist.
Ein Spieler forderte die Rückzahlung seiner Verluste in Höhe von über 3700 Euro, die er zwischen 2013 und 2018 beim Anbieter Tipico eingezahlt hatte. Der Kläger argumentiert, dass die Sportwetten aufgrund fehlender Lizenz unzulässig und die Verträge somit unwirksam seien. Der Prozessfinanzierer Gamesright hat inzwischen das Klagerecht des Mannes übernommen.
Während frühere Instanzen die Klage des Spielers abwiesen, könnte das Verfahren vor dem BGH eine ganz neue Wendung nehmen. In der mündlichen Verhandlung im Juni deutete der Vorsitzende Richter an, dass der BGH eine Tendenz habe, Sportwetten-Verträge ohne vorhandene Konzession als nichtig zu betrachten. Sollte dies bestätigt werden, könnten Spieler beanspruchen, ihre Verluste erstattet zu bekommen.
Ein Urteil zugunsten des klagenden Spielers könnte eine Welle weiterer Klagen nach sich ziehen, die sich bereits jetzt an deutschen Gerichten häuft. Tausende ähnliche Verfahren sind bereits anhängig und könnten durch ein spielerfreundliches Urteil weiter beflügelt werden.