Mit einer Blockade der Europabrücke in Kehl haben Landwirte aus dem Südwesten Deutschlands gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenverbund Mercosur protestiert. Der Verkehr auf der zentralen grenzüberschreitenden Verkehrsachse über den Rhein kam dadurch in beide Richtungen zum Erliegen, was sowohl auf deutscher als auch auf französischer Seite zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Autofahrer, die ins Elsass reisen wollten, mussten zwangsläufig längere Umwege in Kauf nehmen. Fußgänger, Radfahrer und die Straßenbahn nach Straßburg konnten hingegen ungehindert die Grenze passieren, die sich in der Mitte des Rheins befindet. Die Protestaktion in Kehl, die ordnungsgemäß angemeldet wurde und bis zum Abend andauern sollte, hat die Aufmerksamkeit auf die Skepsis seitens der Landwirte gegenüber dem Handelsabkommen gelenkt. Der Vorsitzende des Verbands Land schafft Verbindung Baden-Württemberg, Christian Coenen, betonte die Forderung nach fairen Bedingungen im Handelsabkommen. Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband in Freiburg kritisierte ebenfalls, dass das Abkommen ermöglichen könnte, dass Agrarprodukte in die EU gelangen, die unter in Europa unzulässigen Bedingungen produziert wurden. Weitere Protestaktionen wurden im Schwarzwald und der Bodenseeregion angekündigt. Das Abkommen mit dem Mercosur-Bündnis, zu dem Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay gehören, zielt darauf ab, weltweit eine der größten Freihandelszonen mit mehr als 700 Millionen Einwohnern zu schaffen. Mit der Abschaffung von Zöllen soll der Handel angekurbelt werden. Innerhalb der EU gibt es jedoch kontroverse Diskussionen darüber, wobei unter anderem Frankreich dem Abkommen kritisch gegenübersteht. Bereits Mitte November hatten Bauern im Elsass mit ähnlichen Protesten Verkehrsbehinderungen verursacht, und die französische Seite der Europabrücke war zeitweise für den Verkehr gesperrt worden.
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Bauernprotest auf Europabrücke in Kehl: Widerstand gegen Mercosur-Abkommen