27. Juli, 2026

Wirtschaft

BASF legt Rechtsstreit in den USA mit Millionenvergleich bei

BASF legt Rechtsstreit in den USA mit Millionenvergleich bei

In einer Einigung, die die Gemüter etwas beruhigt haben dürfte, hat BASF im rechtlichen Disput über Trinkwasserverunreinigung mit einer Gruppe US-amerikanischer öffentlicher Wasserversorger einen Vergleich abgeschlossen. Der deutsche Chemieriese verpflichtet sich zur Zahlung von soliden 316,5 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 291 Millionen Euro), um die Ansprüche im Zusammenhang mit der Kontamination durch PFAS-Chemikalien zu begleichen. Zusätzlich wurden vier Millionen Dollar für administrative Kosten vereinbart. Durch die Zustimmung zu diesem Vergleich werden alle anhängigen Klagen gegen BASF und damit verbundene Unternehmen, einschließlich der vor über einem Jahrzehnt übernommenen Schweizer Ciba Specialty Chemicals, beigelegt. Der Fall kreist um die persistente Umweltbelastung durch PFAS - schwer abbaubare Substanzen, die unter anderem in Feuerwehrlöschschäumen Verwendung finden und durch die Übernahme von Ciba ins Portfolio von BASF gelangten. BASF gibt an, über eine ausgiebige Versicherungssumme zu verfügen und plant, sich die Mittel zur Deckung des Vergleichs von den eigenen Versicherungsgebern zurückzuholen. Der ausgehandelte Vergleich bedarf der Genehmigung durch ein Gericht in South Carolina sowie der Erfüllung weiterer Bedingungen, was voraussichtlich eine zeitaufwendige Angelegenheit von mehreren Monaten sein wird. Die Brisanz von PFAS wird auch in Finanzkreisen spürbar. Laut einer LBBW-Analyse von Versicherungsexperte Werner Schirmer könnten die persistenten Stoffe der Versicherungsbranche den größten Schaden ihrer Geschichte einbrocken. Mit einem potenziellen Schadenausmaß, das sogar das des Asbest-Skandals überschreiten könnte, warnt Schirmer vor möglichen Versicherungsschäden, die die 100-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten könnten.