08. Juli, 2026

Wirtschaft

Bafög-Zuschüsse steigen weiter: Rekordzunahme auf 3,4 Milliarden Euro

Bafög-Zuschüsse steigen weiter: Rekordzunahme auf 3,4 Milliarden Euro

Studierende sowie Schülerinnen und Schüler haben im vergangenen Jahr im Durchschnitt einen Zuwachs beim Bafög erhalten. Die finanzielle Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) erhöhte sich durchschnittlich auf 640 Euro pro Monat, was einer Steigerung von 8 Prozent beziehungsweise 47 Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, beliefen sich die Gesamtausgaben für Bafög auf 3,4 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 14 Prozent entspricht.

Insgesamt bezogen 635.600 Personen die finanzielle Hilfe, was im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von 0,9 Prozent entspricht. „Damit stieg die Zahl der Geförderten im zweiten Jahr in Folge leicht an, nachdem sie von 2012 bis 2021 jährlich gesunken war“, erklärten die Statistiker. Dabei erhielten 501.400 von ihnen Studierende und 134.200 Schülerinnen und Schüler Bafög.

Interessanterweise bekamen mehr Frauen diese Unterstützung. Ihr Anteil lag bei 58 Prozent, während der Männer bei 42 Prozent lag. Mehr als die Hälfte aller Empfängerinnen und Empfänger (55 Prozent) erhielten eine Vollförderung.

Für die finanzielle Unterstützung der Studierenden wurden 2,9 Milliarden Euro, eine Steigerung von 17 Prozent, ausgegeben, während Schülerinnen und Schüler 526 Millionen Euro erhielten, was einem Plus von 0,9 Prozent entspricht. Studierende bekamen durchschnittlich 663 Euro pro Monat, während Schülerinnen und Schüler 537 Euro erhielten, was einen Anstieg von 52 Euro beziehungsweise 20 Euro bedeutet.

28 Prozent aller Geförderten lebten noch bei ihren Eltern, wobei dieser Prozentsatz bei den Schülerinnen und Schülern mit 45 Prozent deutlich höher war als bei den Studierenden, die nur zu 24 Prozent bei ihren Eltern wohnten. Die Höhe des individuellen Förderbetrags hängt unter anderem von der Ausbildungsstätte und der Wohnsituation ab.

Ab dem kommenden Wintersemester wird der Förderbedarf für Studierende von 452 auf 475 Euro und die Wohnpauschale für Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen, von 360 auf 380 Euro erhöht. Zusammengenommen bedeutet dies eine Anhebung von 812 auf 855 Euro. Auch die Bafög-Sätze für Schülerinnen und Schüler werden erhöht, und diese Anpassung greift bereits zu Beginn des neuen Schuljahres.

Das Bafög, eingeführt im Jahr 1971, steht inzwischen umgangssprachlich für die eigentliche Geldleistung. Was als reiner Zuschuss begann, entwickelte sich später zu einem Volldarlehen. Seit 1990 gilt die Regel: Eine Hälfte des Betrags erhält man als Geschenk, die andere Hälfte muss zurückgezahlt werden.