09. Juli, 2026

Wirtschaft

Aufschwung bleibt aus: Deutsche und französische Konjunkturdaten enttäuschen

Aufschwung bleibt aus: Deutsche und französische Konjunkturdaten enttäuschen

Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Donnerstag aufgrund schwacher Konjunkturdaten deutlich zugelegt. Der Euro-Bund-Future, der richtungsweisende Terminkontrakt, stieg bis zum Vormittag um 0,55 Prozent auf 132,66 Punkte. Im Gegenzug sank die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,41 Prozent.

Die Aussichten für eine wirtschaftliche Erholung in Deutschland trüben sich weiterhin ein. Der viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Juli zum dritten Mal in Folge, entgegen den Erwartungen vieler Volkswirte, die mit einem Anstieg gerechnet hatten.

"Der unerwartet deutliche Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas ist eine weitere kalte Dusche für die verbliebenen Konjunkturoptimisten", kommentierte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Die Unternehmen litten unter einer jahrelangen Erosion der Standortqualität. Krämer prognostiziert für das zweite Halbjahr allenfalls eine "blutleere Aufwärtsbewegung". Viele Konjunkturprognosen seien seiner Meinung nach zu optimistisch.

Auch in Frankreich verschlechterte sich das Geschäftsklima im Juli erheblich. Der von der Statistikbehörde Insee erhobene Indikator sank auf den tiefsten Stand seit Februar 2021. Damit liegt das französische Geschäftsklima auf einem Niveau, das zuletzt während der Corona-Krise zu beobachten war.