Die syrische Oppositionsgruppe, angeführt von der islamistischen Hayat Tahrir al-Sham (HTS), hat bei einem überraschenden Angriff weite Teile der Stadt Aleppo, einschließlich des internationalen Flughafens, eingenommen. Dieser Vorstoß stellt die größte Herausforderung für das Regime von Baschar al-Assad seit Jahren dar. Bereits am Freitag drangen Tausende Rebellen, die ihren Ursprung in der Provinz Idlib haben, in die historische Stadt mit zwei Millionen Einwohnern ein. Fotos auf oppositionell verlinkten sozialen Medien zeigen sie mit ihrer Fahne auf der Zitadelle der Stadt und am Flughafen. Während die Rebellen versuchten, weiter in Richtung der wichtigen, regierungstreuen Stadt Hama vorzurücken und behaupteten, sie hätten mindestens vier Städte in der Provinz Hama unter Kontrolle gebracht, dementierte die syrische Armee diese Erfolge. Präsident Assad, der kürzlich aus Moskau zurückgekehrt ist, erklärte, Syrien werde standhaft seine Stabilität und territoriale Integrität verteidigen. Unterdessen versicherte der Emirati-Führer Mohammed bin Zayed Assad die Solidarität der Vereinigten Arabischen Emirate im Kampf gegen den Terrorismus. Die syrische Armee dementierte die vollständige Einnahme Aleppos, kündigte jedoch an, ihre Streitkräfte neu zu formieren, um einen Gegenangriff mit Unterstützung russischer Luftangriffe zu starten. Die Verteidigungslinien sollen nach schweren Verlusten gestärkt werden, so das Verteidigungsministerium. Der langwierige Bürgerkrieg in Syrien hat Assad unter zunehmenden Druck gesetzt, und die aktuelle Offensive bringt seine Schwächen erneut ans Licht. Während Assad in den letzten Jahren mehrheitlich die Kontrolle wiedererlangt hatte, haben jüngste israelische Luftangriffe auf iranische Ziele in Syrien sowie der Rückhalt durch Russland und Iran an Wirksamkeit verloren. HTS-Führer Abu Mohammad al-Jolani bekräftigte in wiederveröffentlichtem Videomaterial das Ziel, bis nach Damaskus zu gelangen. Inmitten des Konflikts führte Russland mehrere Luftangriffe auf Rebellenstellungen durch. Die russische Regierung meldete, bei diesen Angriffen mindestens 300 Kämpfer ausgeschaltet zu haben. In einer diplomatischen Offensive trafen sich die Außenminister Russlands und der Türkei, um die Situation zu erörtern.
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Assads Regime unter massivem Druck: Rebellen erobern weite Teile Aleppos