Amazon hat seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal veröffentlicht und dabei die Konsenserwartungen der Analysten verfehlt. Nettoerlöse in Höhe von 147,98 Milliarden US-Dollar blieben unter den geschätzten 148,78 Milliarden US-Dollar. Außerdem deutet die Prognose für das dritte Quartal auf eine weitere Herausforderung hin, da auch hier die Erwartungen nicht erreicht wurden.
Die Aktien des Unternehmens fielen in der Folge im nachbörslichen Handel um über 7%. Dennoch bleibt die Aktie im laufenden Jahr bisher um etwa 20% im Plus. Eine positive Ausnahme bildet Amazon Web Services (AWS), dessen Umsatz um 19% auf 26,3 Milliarden US-Dollar stieg und das operative Einkommen im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelte. Allerdings könnte der Kostendruck aufgrund notwendiger Investitionen in AI-Kapazitäten die Margen von AWS beeinflussen.
Amazon selbst investiert intensiv in den Ausbau seiner Datenzentren und eigener Chips, um den wachsenden Kundenanforderungen gerecht zu werden, so CFO Brian Olsavsky. CEO Andy Jassy wies gleichzeitig darauf hin, dass Konsumenten immer preisbewusster werden. Viele Kunden suchen nach günstigen Angeboten und entscheiden sich für kostengünstigere Produkte.
Ein Lichtblick ist Amazons Pharmaziegeschäft, das an Fahrt gewinnt. Jassy erklärte, dass viele Kunden die umständlichen Besuche in lokalen Apotheken vermeiden möchten, wo viele Artikel hinter verschlossenen Regalen stehen. Diese Entwicklung könnte dem Unternehmen weiter in die Karten spielen.
Neue AI-Tools wie der Chatbot "Rufus" und eine verbesserte Produktsuchfunktion auf Fire TV sind bereits im Einsatz und sollen das Einkaufserlebnis weiter optimieren. Trotz der Herausforderungen bleibt Amazon zuversichtlich, seine Stellung im Markt durch innovative Lösungen und robuste Angebote zu halten.
Analysten von JPMorgan und Goldman Sachs haben ihre Erwartungen für das Unternehmen dargelegt und sehen besonders im AWS-Segment weiteres Wachstumspotenzial. Auch die Erhöhung der Rentabilität durch verbesserte Effizienz im Einzelhandel wird als positiver Faktor hervorgehoben.