03. Juli, 2026

Wirtschaft

Ältere Mutter trotz Disabilitätsnachlass der Tochter mit Schulden massiv belastet

Ältere Mutter trotz Disabilitätsnachlass der Tochter mit Schulden massiv belastet

Die Rückkehr von Sabrina Finch zur Ausbildung als Krankenschwester im Jahr 2004 empfand ihre Mutter Rebecca als möglichen Wendepunkt. Nach Jahren prekärer Jobs in der Gastronomie und Industrie schien sich eine stabile Zukunft für Sabrina abzuzeichnen. Doch die Entscheidung, 2007 einen privaten Studienkredit von Navient aufzunehmen, belastet heute beide Frauen schwer. Im Mai wurde Sabrina, die in Vinton, Virginia lebt, wegen ihrer diagnostizierten bipolaren Störung und Therapie-Resistenzen von den Zahlungsverpflichtungen ihres Darlehens befreit. Die Verantwortung für das Darlehen, das mehr als $31,000 umfasst, wurde jedoch auf ihre 85-jährige Mutter Rebecca übertragen. Rebecca, die unter Herz-Kreislauf-Beschwerden und chronischen Schmerzen nach einem Hüftbruch leidet, verfügt lediglich über eine monatliche Sozialversicherungsrente von $1,650. "Ich mache mir Sorgen, sie könnten ihr Haus wegnehmen," äußerte sich Sabrina besorgt über die finanzielle Belastung ihrer Mutter. Rebecca, die durch mehrere Schlaganfälle in ihrer Sprache und Kognition beeinträchtigt ist, kann die monatlichen Raten des Kredits nicht begleichen. Die Lage spitzt sich zu, zumal der Markt für private Studienkredite zwischen 2010 und 2019 um über 70% gewachsen ist und inzwischen $130 Milliarden umfasst. Ein Sprecher von Navient, Paul Hartwick, erklärte, dass die Mitunterzeichner eines Darlehens für die Rückzahlung herangezogen werden, sollte der Hauptschuldner dazu nicht in der Lage sein. Diese Praxis verschärft die finanzielle Belastung für viele Familien. Im Falle einer dauerhaften Behinderung oder eines Todes können nur rund die Hälfte der privaten Kreditgeber eine Schuldentilgung gewähren, was sie weniger flexibel als staatliche Darlehen macht. Experten wie Hanneh Bareham von Bankrate.com und Anna Anderson vom National Consumer Law Center verdeutlichen, dass die Ko-Signatur langlebige finanzielle Pflichtbindungen schafft, die oft die Familien zerstören. Ebenso bemerkte Anderson, dass trotz gewährter Erleichterungen die Last meist auf den Mitunterzeichner übergeht, wie jetzt im Falle von Sabrina und Rebecca.