03. Juli, 2026

Wirtschaft

Alibaba setzt auf KI und Kreditkarten für globales Wachstum

Alibaba setzt auf KI und Kreditkarten für globales Wachstum

Alibaba hat eine neue KI-Plattform und eine gemeinsam mit Mastercard herausgegebene Kreditkarte vorgestellt, um mehr globale Käufer und Verkäufer auf seine Plattform zu locken. Angesichts geopolitischer Herausforderungen und einer stagnierenden Wirtschaft in China sucht Alibaba außerhalb seines Kernmarktes nach Wachstumsmöglichkeiten. In der internationalen B2B-Sparte von Alibaba.com sollen verstärkt kleine und mittlere Unternehmen als Käufer gewonnen und das Lieferantenangebot außerhalb Chinas erweitert werden. Bei der zweiten jährlichen Co-Create-Veranstaltung in Las Vegas stellte Alibaba eine generative KI-gestützte Beschaffungsagentin vor, die den globalen Handel vereinfachen soll. Zudem lancierte das Unternehmen eine mit Mastercard co-gebrandete Kreditkarte für Geschäfte, die den Handel auf Alibaba durch einfacheren Zugang zu Kapital und zusätzlichen Schutzmaßnahmen fördern soll. Kuo Zhang, Präsident von Alibaba.com, betonte gegenüber Yahoo Finance die Bedeutung des Aufbaus von Netzwerken für Nachfrage und Angebot sowie Partnerschaften zur Etablierung von Zahlungs- und Logistiknetzwerken, um kleinen und mittleren Unternehmen weltweit den Handel auf der Plattform zu ermöglichen. Alibabas internationaler Handel hat sich als Lichtblick für das Unternehmen erwiesen, wobei die internationale Digitalkommerz-Gruppe (AIDC) im jüngsten Quartal ein Umsatzwachstum von 32 % verzeichnete, während das Gesamtwachstum des Unternehmens bei lediglich 4 % lag. Alibaba.com verbindet globale Geschäftskunden mit Lieferanten, die größtenteils in China ansässig sind. Laut Zhang entfallen 30 bis 40 % des gesamten Handelsvolumens auf den US-Markt, obwohl die Plattform ihre internationale Reichweite schnell ausweitet. Der neue KI-gestützte Beschaffungsagent soll es Käufern ermöglichen, mit einem von 200.000 globalen Lieferanten über Alltagssprache in Kontakt zu treten. Das Suchwerkzeug bietet Echtzeitübersetzungen und detaillierte Informationen zu Lieferanten und Preisen, unterstützt durch über eine Milliarde Produktlistungen auf der Plattform. Die jüngsten Ankündigungen sind Teil einer breiteren Strategie, die Abhängigkeit von China zu verringern, während US- und europäische Gesetzgeber zusätzliche Handelsbarrieren erwägen. Ehemaliger Präsident Donald Trump hat einen Mindestzoll von 60 % auf alle chinesischen Importe vorgeschlagen, während Präsident Joe Biden Zölle von 100 % bis 25 % auf chinesische Elektrofahrzeuge, Solarzellen und Stahlprodukte verhängt hat. Solche zusätzlichen Abgaben könnten Alibaba belasten, da 80 % der Lieferanten auf der Plattform in China ansässig sind. Zhang erklärte, dass Alibaba.com daran arbeitet, seine Lieferantenbasis zu diversifizieren, und verwies auf die Übernahme einer deutschen B2B-Handelsplattform im letzten Jahr. Gleichzeitig suchen auch kleine und mittlere Unternehmen innerhalb Chinas verstärkt nach Möglichkeiten, am globalen Handel teilzunehmen, da die heimische Wirtschaft weiterhin ins Stocken gerät. Diese chinesischen Unternehmen sind ein bedeutender Wirtschaftstreiber und machen 60 % des BIP des Landes aus. Ein Beispiel für das rapide Wachstum ist die südliche Hafenstadt Guangzhou, wo die Anzahl der Alibaba-Lieferanten im Vergleich zum Vorjahr um 30 bis 40 % zunahm. Zhang betonte, dass die verkauften Produkte von Konsumgütern bis hin zu Industriemaschinen reichen. Laut Zhang senken digitale Lösungen die bisherigen Hürden für die Teilnahme am globalen Handel und ermöglichen es den Unternehmen, Marktbedürfnisse besser zu verstehen und Waren rechtzeitig zu verschicken sowie Zahlungen zu erhalten.