Mit einem wegweisenden Schritt hat Wohnungsbauministerin Angela Rayner einen Deal über £150m mit dem größten Hausbauer Großbritanniens, Barratt Developments, abgeschlossen. Dieses Abkommen zielt darauf ab, eine Serie neuer Gartenstädte und -dörfer im Vereinigten Königreich zu errichten und somit die ehrgeizigen Wohnungsbaupläne der Regierung zu unterstützen.
Das Bauunternehmen Barratt Developments hat sich dafür mit der Lloyds Banking Group zusammengetan. In einer strategischen Partnerschaft mit Homes England, der staatlichen Institution für Wohnungsbau, sollen Tausende neuer Häuser gebaut werden. Dieses Vorhaben läuft unter dem Namen Made Partnership und wird als Hauptentwickler für neue Wohngebiete fungieren, die zwischen 1.000 und mehr als 10.000 Häuser umfassen sollen.
Interessanterweise plant man, diese neuen Siedlungen im Stil von Gartendörfern zu gestalten. Damit sind nicht nur Wohnhäuser geplant, sondern auch Schulen, Arztpraxen und weitere notwendige Infrastruktur. Die Partnerschaft, welche zunächst über 20 Jahre laufen soll, wird durch £150m finanziert, zu gleichen Teilen von Barratt, Lloyds und Homes England.
Die Starmer-Regierung, die sich zum Ziel gesetzt hat, in den nächsten fünf Jahren 1,5 Millionen neue Häuser zu bauen, unterstützt diesen Vorstoß. Besonders im Fokus stehen neue Gartenstädte und -dörfer, inspiriert durch die Planungen der Nachkriegsregierung von Clement Attlee, die Städte wie Milton Keynes und Welwyn Garden City ins Leben rief.
Allerdings erwarten Finanzanalysten der Royal Bank of Canada keine Fertigstellung von Projekten der Made Partnerschaft vor 2028. Weiterhin fehlen auch konkrete Zahlen über die geplante Anzahl von neuen Wohnungen.
Lokale Behörden werden gemäß den neuen Richtlinien wieder zu verbindlichen Bauvorgaben verpflichtet, um die nationalen Planungsrichtlinien zu reformieren. Im Visier stehen dabei insbesondere sogenannte "graue Gürtel", also wenig genutzte Flächen wie ungenutzte Tankstellen und Parkplätze.
Der wohnungs- und planungsminister Matthew Pennycook betonte, dass die neue Partnerschaft dabei helfen wird, die Wohnungsversorgung zu erhöhen und das Wirtschaftswachstum durch die Entwicklung von großen, attraktiven und nachhaltigen Wohngebieten zu fördern.
Neben den neuen Wohnhäusern planen die Partner auch die Entwicklung von Einzelhandels- und Freizeiteinrichtungen sowie großen kommerziellen Flächen wie Büros oder Industrieanlagen.
Barratt Developments, der größte Hausbauer des Landes und Mitglied des FTSE 100, sah sich letztes Jahr mit einem drastischen Gewinnrückgang konfrontiert, da die Gesamthausfertigstellung um fast ein Fünftel auf 14.000 zurückging. Hohe Zinsen und Inflation wurden als Hauptursachen genannt.
David Thomas, CEO von Barratt Developments, zeigt sich zuversichtlich, dass die Partnerschaft dazu beitragen wird, die Millionen neuen Häuser zu bauen, die das Land in den nächsten Jahrzehnten benötigt. Für Lloyds Banking Group sieht CEO Charlie Nunn die Kooperation als wegweisend an, um dringend benötigte Wohnräume zu schaffen und dem ambitionierten Vorhaben zur Seite zu stehen.