10. Juli, 2026

Technologie

Weltweite Störung: Zahlreiche Branchen betroffen

Weltweite Störung: Zahlreiche Branchen betroffen

Ein globaler technischer Ausfall hat weltweit kritische Unternehmen und Dienste, darunter Fluggesellschaften, Krankenhäuser, Bahnnetze und Fernsehsender, erheblich beeinträchtigt. Microsoft-Nutzer sind besonders stark betroffen.

In vielen Ländern mussten Flüge am Boden bleiben, Angestellte konnten nicht auf ihre Systeme zugreifen und Kunden waren zum Teil nicht in der Lage, in Geschäften mit Karten zu bezahlen.

Die Ursache des Problems liegt in einer fehlerhaften Aktualisierung des amerikanischen Cybersicherheitsunternehmens CrowdStrike. Microsoft bestätigte am Freitag, dass Maschinen, auf denen „CrowdStrike Falcon“ läuft, betroffen seien. Zusätzlich gab es in den USA eine frühere Störung von Azure, dem Cloud-Dienst von Microsoft. Einige Nutzer könnten somit von beiden Vorfällen beeinträchtigt worden sein.

Betroffen waren unter anderem Fluggesellschaften, Banken und Einzelhändler in zahlreichen Ländern. In Australien standen Passagiere am Flughafen Sydney in langen Schlangen, und die Informationsbildschirme blieben dunkel. Auch in Europa und Asien, darunter in Großbritannien, Deutschland und Taiwan, kam es zu erheblichen Verzögerungen bei Abfertigung und Flügen. Am Flughafen in Südkorea wurden Boarding-Pässe per Hand ausgestellt.

Einige Krankenhäuser in Deutschland sagten planbare Eingriffe ab, während in Großbritannien Ärzte des National Health Service nicht auf ihre Systeme zugreifen konnten. Der britische Nachrichtensender Sky News konnte nicht senden, und Kunden bei Waitrose konnten ihre Einkäufe nicht mit Karte bezahlen. Sogar im Disneyland Paris waren die Bildschirmanzeigen für Wartezeiten bei Fahrgeschäften ausgefallen.

Nicht jeder war gleich stark betroffen. So meldete der Londoner Flughafen Heathrow, dass seine Flüge weiterhin planmäßig durchgeführt wurden. Die London Stock Exchange konnte zwar keine Nachrichten-Updates veröffentlichen, der Handel lief jedoch normal weiter.

Einige Probleme konnten schnell behoben werden. In der Ukraine berichteten Sense Bank und der Mobilfunkanbieter Vodafone nur von kurzen Störungen. Am Dubai International Airport setzten zwei Fluggesellschaften alternative Systeme ein, sodass der Betrieb hier zügig wiederaufgenommen werden konnte. Gegen 5 Uhr EST gab American Airlines bekannt, dass ihre Systeme wieder funktionierten.

George Kurtz, Präsident und CEO von CrowdStrike, erklärte, dass das Unternehmen aktiv mit betroffenen Kunden zusammenarbeitet und der Fehler in einem einzelnen Inhaltsupdate für Windows-Hosts gefunden und behoben wurde. Mac- und Linux-Hosts sind nicht betroffen. „Dies ist kein Sicherheitsvorfall oder Cyberangriff,“ betonte Kurtz. „Das Problem wurde identifiziert, isoliert und die Lösung wurde implementiert.“

Nach einigen Stunden waren erste Dienste bereits wieder online. Microsoft stellte für Nutzer auf einer Serviceseite mit Azure-Informationen Vorschläge zur Behebung des Problems bereit.