23. Juni, 2024

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Volkswagen investiert in deutsche Batteriespeicher-Infrastruktur

Volkswagen investiert in deutsche Batteriespeicher-Infrastruktur

Der Volkswagen-Konzern setzt einen strategisch bedeutsamen Schritt in die Zukunft der Energieversorgung: Im kommenden Jahr wird das erste 'Power Center' in Deutschland ans Netz gehen. Diese Anlage, die Ökostrom zwischenspeichern soll, wird im Norden Deutschlands errichtet, wie Technik-Vorstand Thomas Schmall in Berlin verkündete. Der Bau beginnt innerhalb der nächsten sechs bis acht Wochen. Der Konzern plant, Anfang des nächsten Jahres betriebsbereit zu sein.

Die verantwortliche Sparte für das Projekt ist die VW-Ladenetzsparte Elli. Zu Beginn hat die Anlage eine Kapazität von 700 Megawattstunden, die auf eine Gigawattstunde erweitert werden kann – vergleichbar mit der Kapazität eines Gaskraftwerks. Weitere 'Power Center' sind bereits in Planung, womit Volkswagen ein neues Geschäftsfeld in einem wachsenden Markt erschließt.

Diese Anlagen sollen Wind- und Solarenergie puffern und das Stromnetz stabilisieren. 'Unsere Investitionen in stationäre Batteriespeicher sind ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Transformation der Energieversorgung', betonte Schmall. Der Ausbau solcher Speicher soll das wiederholte Abschalten von Windrädern und Solaranlagen bei Überangeboten vermeiden.

Volkswagen prognostiziert einen zehnfachen Anstieg des Bedarfs an solchen Batteriespeichern in Deutschland in den kommenden Jahren. Aktuell sind bundesweit Speicher für lediglich eine Gigawattstunde vorhanden. Die geplante Anlage verdoppelt diese Kapazität bereits mit ihrem ersten 'Power Center'.

Ferner wird ein neues Einsatzgebiet für ausgediente E-Auto-Batterien erschlossen. Zwar wird zunächst auf fabrikneue Batterien zurückgegriffen, da es noch zu wenige Rückläufer aus Elektroautos gibt. In Zukunft jedoch sollen ausgemusterte Batterien in den 'Power Centern' verwendet werden, bevor sie endgültig recycelt werden.

Letztes Jahr hat VW bereits ein kleineres Power Center in Kassel eröffnet, das seitdem am Strombörsenhandel teilnimmt. Andere Autobauer wie BMW und Audi nutzen zwar ebenfalls ausgediente Batterien als stationäre Stromspeicher, allerdings beschränkt sich deren Einsatz bisher auf die eigene Energieversorgung und Ladestationen.