19. Mai, 2024

Wirtschaft

Verhandlungsauftakt in der Chemiebranche: IG BCE und BAVC ringen um neue Tarife

Verhandlungsauftakt in der Chemiebranche: IG BCE und BAVC ringen um neue Tarife

Im idyllischen Thüringen stehen wichtige Verhandlungen für die deutsche Chemieindustrie im Kalender. In Teistungen treffen sich die Verhandlungsführer der IG Bergbau, Chemie, Energie und des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie zur ersten bundesweiten Tarifrunde. Das Hauptanliegen: die Arbeitsbedingungen und Entlohnung der etwa 585.000 Angestellten der Branche. Die Gespräche sind zunächst bis Mittwoch terminiert.

Die Gewerkschaft IG BCE tritt mit der deutlichen Forderung an, eine Gehaltssteigerung von 7 Prozent durchzusetzen. Auf der Gegenseite möchten die Arbeitgeber allerdings zu Beginn die derzeitige wirtschaftliche Situation der Unternehmen fokussieren. Klaus-Peter Stiller, der Hauptgeschäftsführer des BAVC, merkt an, dass die Forderungen der Gewerkschaft vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Lage als nicht tragbar erscheinen. Er verweist auf die Herausforderungen, die der Ukraine-Konflikt mit sich bringt, und die bereits erfolgte Gehaltserhöhung von 3,25 Prozent zu Jahresbeginn, die, ohne weitere Tariferhöhung bis 2024, reale Einkommenssteigerungen bedeuten würde.

Oliver Heinrich, IG BCE-Verhandlungsführer, kritisiert hingegen eine Blockadepolitik der Arbeitgeberseite. Er argumentiert, dass diese Haltung das Image der Branche schwächt. Neben Lohnsteigerungen möchte die Gewerkschaft auch Mitgliedervorteile, wie etwa mehr Urlaub, zusätzliche finanzielle Vorteile oder verbesserte soziale sowie gesundheitliche Absicherungen, im Tarifvertrag verankern.

In Anbetracht der konträren Standpunkte beider Seiten wird keine schnelle Einigung erwartet. Eine weitere Gesprächsrunde auf Bundesebene ist bereits für den Juni in Wiesbaden geplant. Den nationalen Verhandlungen gehen regionale Dialoge in neun Tarifregionen voraus, die üblicherweise die Beschlüsse auf Bundesebene übernehmen.