Die Ölpreise verzeichneten am Montag einen leichten Anstieg, unterstützt durch positive Industriezahlen aus China, dem zweitgrößten Ölverbraucher der Welt, sowie erneute Spannungen im Nahen Osten, nachdem Israel Angriffe auf den Libanon trotz einer zuvor vereinbarten Waffenruhe wieder aufgenommen hat. Die Brent-Rohöl-Futures stiegen um 8 Cent, entsprechend 0,1 %, auf 71,92 US-Dollar pro Barrel, während das US-amerikanische West Texas Intermediate-Rohöl um 9 Cent, oder ebenfalls 0,1 %, auf 68,09 US-Dollar pro Barrel kletterte. Hinter dem Preisanstieg stehen offizielle Umfrageergebnisse, die eine moderate Expansion der chinesischen Industrie im zweiten Monat in Folge aufzeigen. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass umfangreiche Konjunkturmaßnahmen langsam ihre Wirkung entfalten, auch wenn Donald Trump seine Handelspolitik weiter bekräftigt. Laut Tony Sycamore, Marktexperte von IG in Sydney, sorgen die positiven Wirtschaftsdaten aus China für Unterstützung, allerdings sorgen auch Bedenken über die Stabilität der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon für Unruhe am Markt. Obwohl ein Waffenstillstand in Kraft trat, beschuldigten sich beide Seiten weiterhin gegenseitig, diesen zu verletzen. Die libanesische Gesundheitsbehörde berichtete über Verletzte bei zwei israelischen Luftangriffen im Süden des Landes, zudem nahmen die Luftangriffe in Syrien zu, wo Präsident Bashar al-Assad versprach, die Aufständischen in Aleppo zu bekämpfen. Vergangene Woche verzeichneten beide Öl-Benchmarks einen Rückgang von über 3 %, was auf nachlassende Besorgnis über Angebotsrisiken durch den Israel-Hezbollah-Konflikt sowie Prognosen für ein Überangebot im Jahr 2025 zurückzuführen ist, obwohl OPEC+ voraussichtlich die Produktionskürzungen verlängert. Die OPEC und ihre Verbündeten verschoben ihr Treffen auf den 5. Dezember, um eine mögliche Verschiebung der für Januar geplanten Produktionssteigerung zu erörtern. Marktexperte Sycamore betonte, dass die Verlängerung der Produktionskürzungen OPEC+ mehr Zeit gäbe, die Auswirkungen der Ankündigungen von Präsident Trump bezüglich Zölle und Energie zu bewerten und Chinas eventuelle Reaktionen abzuwarten. Laut einer Reuters-Umfrage wird erwartet, dass der durchschnittliche Brent-Preis im Jahr 2025 bei 74,53 US-Dollar pro Barrel liegt, da die zuletzt schwächelnde Wirtschaft Chinas die Nachfrageprognosen trübt und die weltweit reichlichen Vorräte den Preis überwiegen dürften. Dies markiert die siebte Abwärtsrevision der Konsensschätzung für 2025, wobei der Durchschnittspreis bislang 80 US-Dollar pro Barrel im Jahr 2024 betrug.
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Ölpreise ziehen leicht an – China und Nahost im Fokus