14. Juli, 2024

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Niederländisches Gericht hebt Baustopp für Gasbohrungen auf

Niederländisches Gericht hebt Baustopp für Gasbohrungen auf

Das höchste Gericht der Niederlande entschied zugunsten des Energieunternehmens One-Dyas, das in der Nordsee vor der Insel Borkum Erdgasbohrungen durchführen will. Der bisherige Baustopp wurde aufgehoben, wodurch die Bauarbeiten in Kürze beginnen können. One-Dyas plant, eine Bohrplattform zu errichten und Erdgas aus dem Feld N05-A zu fördern. Umweltorganisationen hatten gegen die Bohrungen geklagt, da sie Schäden im Naturschutzgebiet Wattenmeer befürchten.

One-Dyas-Chef Chris de Ruyter van Steveninck äußerte sich positiv zum Urteil und hob die Bedeutung für die Versorgungssicherheit hervor. Die Genehmigungen aus den Niederlanden liegen vor, während das Genehmigungsverfahren in Deutschland noch läuft. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Umwelthilfe zusammen mit anderen Organisationen gegen die Bohrungen geklagt und ein vorläufiger Baustopp wurde im April 2023 verhängt.

Nun liegt der Fokus auf den Entscheidungen der niedersächsischen Behörden. Constantin Zerger von der Umwelthilfe kritisierte, dass das Gericht weder Stickoxidemissionen noch die Auswirkungen auf Schweinswale ausreichend berücksichtigt habe. Er forderte eine dringende Entscheidung der zuständigen Ministerien und Behörden in Niedersachsen. Widersprüche gegen ein Unterwasserseekabel, das die Bohrplattform mit Windenergie versorgen soll, könnten das Projekt weiterhin verzögern.