23. Mai, 2026

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Goldpreis mit Rückenwind: Chinas zentrale Goldkäufe und globale Ungemach

Goldpreis mit Rückenwind: Chinas zentrale Goldkäufe und globale Ungemach

Der Goldpreis zeigt sich zum Wochenstart freundlich gestimmt, beflügelt durch eine bemerkenswerte Nachricht aus China. Nachdem die dortige Zentralbank nach sechs Monaten Pause ihre Goldkäufe wieder aufgenommen hat, unterstützen spekulative Hoffnungen auf weitere Nachfrage aus dem Reich der Mitte die Notierungen. Mit Spannung erwarten Anleger zudem die anstehende Veröffentlichung der US-Inflationsdaten, die Hinweise auf die nächsten Schritte der Federal Reserve liefern könnte.

Der aktuelle Stand von Spot-Gold zeigt ein Plus von 0,3% und erreichte zuletzt 2.639,98 US-Dollar je Feinunze. Zeitgleich legten die US-Gold-Futures um 0,1% auf 2.661,70 US-Dollar zu. Yeap Jun Rong, Marktstratege bei IG, betont die positive Wirkung der jüngsten Goldkäufe der chinesischen Notenbank, die den „Gold-Bullen“ Auftrieb geben könnten. Eine Wiederaufnahme der Käufe dürfte die Nachfrage chinesischer Investoren ankurbeln, die seit dem Unterbrechen des 18-monatigen Kaufzyklus im Mai eher verhalten war.

In Zeiten ökonomischer und politischer Unwägbarkeiten gilt Gold als sicherer Hafen, nicht zuletzt auch durch die derzeitige Niedrigzinspolitik, die das Edelmetall attraktiver macht. Die Entscheidung der chinesischen Zentralbank, ihre Goldreserven zu erweitern, zeugt von einer proaktiven Strategie zur wirtschaftlichen Absicherung angesichts der veränderten globalen Rahmenbedingungen, wie Analysten der OCBC kommentieren.

Im aktuellen Jahr verzeichnete Gold bereits eine Preisspitze nach der anderen, angetrieben durch massive Zentralbankkäufe, geldpolitische Lockerungen und geopolitische Spannungen. Mit einer bisherigen Steigerung von fast 28 Prozent verläuft das Jahr 2023 aussichtsreich für das Edelmetall, das sein bestes Jahr seit 2010 anpeilt.

Auch andere Edelmetalle zeigen Bewegung: Während Silber bei 30,95 US-Dollar pro Unze stabil blieb, blieb Platin unverändert bei 930,52 US-Dollar und Palladium stieg um 0,8% auf 963,74 US-Dollar. Die Weltlage indes bleibt dynamisch: In Syrien haben Rebellen nach jahrelangem Bürgerkrieg die Hauptstadt Damaskus eingenommen, und Präsident Bashar al-Assad soll nach Russland geflohen sein.

Das Augenmerk der Händler richtet sich nun auf die kommende Veröffentlichung der US-Inflationszahlen am Mittwoch. Diese könnten entscheidend dafür sein, ob die US-Notenbank einen restriktiven Zinsschritt wagen wird, was wiederum dem US-Dollar Auftrieb geben und den Goldkursen zusetzen könnte.